Krokus, Frühlings-Krokus

Crocus vernus

Habitus: Die Pflanze wird etwa 5–15 cm hoch

Blätter: Die Blätter sind grundständig und grasartig schmal mit einem weißen Mittelnerv und nach unten gerollten Rändern. Diese sind zur Blütezeit meist noch nicht voll entwickelt. Die Blätter haben eine Bohrspitze aus verdickten Zellen zum Durchstoßen der Schneedecke.

Blüten: Die Blütenfarbe ist weiß, weiß bis violett, teils mit violetten Streifen. Die Blütenhüllblätter sind am Grund röhrig verwachsen und bilden einen 2 bis 5 cm langen Trichter. Die Art besitzt sechs Staubblätter mit gelbem Blütenstaub

Blütezeit: März bis Juni.

Standort

Auf humusreichen, eher leichten als schweren, gut durchlässigen Böden, der im Sommer eine gewisse Trockenheit aufweisen sollte.

Allgemeine Verbreitung

Kommt vom Banat innerhalb des Karpatenbogens bis zum östlichsten Ungarn, östliche Slowakei und nördlich in der Ukraine über die Waldkarpaten hinaus von den östlichen Karpaten über die Balkanhalbinsel (im Süden bis Albanien) bis in die südöstlichen Alpen.– daneben vereinzelt Massif Central, Jura, Elsass, Böhmische Masse. auch auf dem Apennin vor.

 

Name: Der Krokus stammt aus den feuchten Matten oberhalb der Baumgrenzen in den Alpen und Pyrenäen. Holland ist ein weiteres Zentrum der Krokuszucht. Der Name kommt von griechisch "krokos" und bedeutet Safran. Es gibt ca. 80 Arten, besonders im Mittelmeerraum. Der Krokus wurde schon im Altertum kultiviert.

Heilwirkung: Die kräftigende, herzstärkende und aphrodisierende Wirkung des psychoaktiven Safrans war schon in der vorchristlichen Zeit bekannt und auch als Halluzinogen und Opiumersatz war er beliebt. Dioskurides verordnete ihn bei krampfartigen Schmerzen in der islamischen Medizin stärkt er den Geschlechtstrieb. Den Namen "Nackthure" bekam er, weil die Blüte im Herbst ohne Blätter erscheint (die sich erst im Frühjahr bilden). Er sieht dem Frühlingskrokus ähnlich, blüht aber im Oktober deshalb der Name Herbstkrokus.

Verwendung: Safran ist das teuerste Gewürz der Welt - um auf ein halbes Kilogramm getrocknetes "Blut des Herakles", wie er in der Antike genannt wurde, zu kommen, muß die unvorstellbar große Menge von 200 000 - 400 000 Narben von Hand gepflückt werden denn nur sie werden verwendet! Von daher erklärt sich der hohe Preis. Im Mittelalter war Safran so wichtig, daß nachweislich Händler, die ihn verfälscht hatten, mit der Todesstrafe durch Verbrennen bestraft wurden.

Ein minderwertiger Safranersatz ist der u. a. Saflor (Carthamus tinctorius), auch Färber- oder Öldistel genannt, die getrockneten zerriebenen Rhizome der Gelbwurz (Curcuma longa - "indischer Safran" oder auch die Ringelblumen. In den arabischen Ländern sollte man aufpassen - dort wird heute noch "echter" Safran "ganz billig" angeboten - eben meist mit diesen Ersatzpflanzen, die dann längst nicht den typischen Geschmack haben.

Im Mittelalter färbte man mit ihm nicht nur Butter und Käse, sondern auch Gardinen und andere Gewebe.

"Beklagenswerterweise ist dieses Gewürz in den Küchen genauso selten wie der Safrankrokus in den Gärten - obwohl Fisch und Reis sehr gewinnen, wenn man dem Kochwasser eine Messerspitze Safran beigibt. Der Safrankrokus und die anderen herbstblühenden Arten blühen im September und Oktober. Im Frühjahr entwickeln sie schmale, beinahe grasartige Blätter, den Sommer über ruht die Knolle, aus der dann sehr schnell die Blüte schießt. In ihrer Heimat, den Mittelmeerländern, nutzen diese Krokusarten auf solche Weise die Frische des Frühlings und übergehen die sengende Hitze des Sommers. Im August müssen die Knollen (es sind wirklich Knollen, keine Zwiebeln!) der Herbstkrokusse in die Erde gebracht sein, und wer es für diesmal verpaßt hat, muß es fürs nächste Jahr vormerken und zeitig genug in einer "besseren" Staudengärtnerei seine Bestellung aufgeben. Natürlich kommen auch die Herbstkrokusse Jahr für Jahr wieder, wenn der Boden nicht zu schwer und der Schatten nicht zu tief ist. Es gibt sie übrigens in mehreren Blau- und Lilatönen, dazu in Weiß - nur das Gelb fehlt  Die alten Phönizier bereiteten zu Ehren ihrer Liebesgöttin stark safrangewürzte Kuchen, wenn sie sich Glück in der Liebe wünschten. Marc Aurel badete in Safranwasser, weil es die Haut verschönte und angeblich auch die Manneskraft steigerte. In Indien, der Heimat dieses Gewürzes sollen sich die Frauen Safranfäden in ihr Schamhaar weben, um ihre Männer "anzumachen"! Safran ist in der Ayurveda-Medizin eines der wichtigsten Liebesgewürze als Tee und Wein steigert es die Sinnlichkeit im erotisch-sexuellen Bereich, als Gewürz die Vitalität und Energie.

Wer kennt nicht den alten Kinderreim:

Backe, backe Kuchen der Bäcker hat gerufen: Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen: Eier und Schmalz, Butter und Salz, Milch und Mehl, Safran macht den Kuchen gel. [gelb] Schieb, schieb in' Ofen 'nein.

Eine Bouillabaisse (das bekannte südfranzösische Fischgericht) oder die spanische Paella sind ohne - den gelbfärbenden und wohlschmeckenden Safran nicht denkbar und durch ihn "aphrodisierend" würzen Sie für ein Liebesmahl auch die "normale" Fischsuppe mit Safran. "Frische Feigen auf einem Bett von Joghurt mit Safran und Honig sind eine paradiesische Dessert-Verführung".

Eingetragen am 30.12.2015Aktualisiert am 27.01.2016 11:35:35