Bleiwurz, europäische

Plumbago europaea

Habitus: Die Pflanze ist ein 30-120 cm hoher Halbstrauch mit krautigem, aufrechtem Stengel, der gefurcht-kantig, kahl und vom Grund an abstehend ästig ist.

Blätter: Die lanzettlichen, stengelumfassenden Blätter sind wechselständig. Ihr Rand ist gezähnelt.

Blüten: Die Blüten stehen an den Zweigenden in Ähren. Die fünfkantigen, purpurnen Kelche sind dicht mit gestielten Drüsen besetzt. Die violetten oder lila Kronen haben verkehrt eiförmig-längliche Zipfel.

Blütezeit: August bis September.

Standort

Sie bevorzugt vollsonnige Standorte auf leichten, trockenen Böden, zum Beispiel an Strassenrändern oder trockenen Felsen.

Allgemeine Verbreitung

In Südeuropa, Südosteuropa und dem Kaukasus heimisch.

Geschichtliches und Allgemeines: Ob den Ärzten des klassischen Altertums Plumbago bekannt gewesen ist, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, es wird jedoch angenommen, daß die von Plinius und Dioskurides "molybdaena" genannte Pflanze, die gegen Augenleiden verwendet wurde, unsere Art ist. Jedenfalls ist die Bleiwurz, welche bei Lobelius u. a. als Dentellaria aufgeführt wird, schon lange als Mittel gegen Zahnleiden und Geschwüre im Gebrauch. Benutzt wurden die Wurzel und das Kraut, Radix et Herba Dentellariae, Herba St. Antonii. Die Bettler sollen früher die blasenziehende Wirkung benutzt haben, um das Mitleid der Leute zu erregen. In Algier dient nach Eckenfels die Wurzel den Eingeborenen zur Zahnpflege.

Eingetragen am 30.12.2015Aktualisiert am 27.01.2016 11:36:37