Teufelsauge

Adonis vernalis

Habitus: Es handelt sich um ein ausdauerndes, 10-40 cm hohes Kraut. Der kahle, einfache Stengel ist aufrecht, unten beschuppt, mit Längsriefen.

Blätter: Die Pflanze hat gefiederte Laubblätter, deren Zipfel gespalten sind, die Laubblätter sind alle stengelständig, 3- bis mehrfach fiederteilig und die Abschnitte sind schmal-linealisch.

Blüten: Die Blüten stehen einzeln, endständig und aufrecht und sind 3-7 cm im Durchmesser. Sie haben gelbe, breit-eiförmige Kelchblätter, die weichhaarig und den Kronenblättern angedrückt sind. Zehn bis zwanzig hellgelbe Kronenblätter sind schmal-keilförmig und 20-40 mm lang.

Frucht: Früchte stehen dicht gedrängt, mit seitlichem, hakenförmigem Schnabel.

Blütezeit: April bis Mai.

Standort

Die Pflanze liebt Kalk und Gips. Sie kommt vor auf sonnigen, dürren Hügeln, felsigen Stellen, Felsköpfen, buschigen Abhängen, auf Heidewiesen, in Kiefernwäldern der Ebene.

Allgemeine Verbreitung

Südöstliches und mittleres Europa. Im pannonischen Gebiet von Burgenland, Wien und Niederösterreich (Südsibirisch-pontisch-pannonisch).

Geschichtliches: H. Bock entdeckte die Pflanze bei Ingelheim auf Heideplätzen, wo sie auch heute noch zu finden ist und glaubte in ihr den wahren Helleborus des Hippokrates gefunden zu haben. Er ließ sie auch unter diesem Namen abbilden, jedoch wurde der Irrtum bald erkannt, und schon Matthiolus führt den Frühlings-Adonis als Pseudohelleborus auf. Parkinson berichtet, daß zu seiner Zeit die Samen der Pflanze gegen Kolik und Steinleiden verwandt wurden. In Rumänien wird die Wurzel bei ähnlichen Krankheiten der Pferde verwandt. Als herzstärkendes Mittel kam Adonis vernalis erst Ende des 19. Jahrhunderts durch Bubnow in Gebrauch. Während Bock der "falschen schwarzen Nieswurz", unter welcher Bezeichnung Adonis vernalis damals bekannt war, purgierende Eigenschaft zuschreibt, läßt sie Matthiolus nur äußerlich zur Erweichung von malignen Geschwülsten gebrauchen.

Bubnow gebrauchte es mehrfach bei verschiedenen hydropischen Erkrankungen und kam zu der Überzeugung, daß dasselbe nur in den Fällen Hilfe leistet, wo die Wassersucht durch eine Kompensationsstörung der Herztätigkeit bedingt ist. Er stellte als erster fest, daß das Adoniskraut zwar die volle Digitaliswirkung besitze, aber keine kumulativen  Nebenerscheinungen zeitige und auch bei längerem Gebrauch nicht in seiner therapeutischen Wirksamkeit geschwächt werde.

Eingetragen am 25.12.2015Aktualisiert am 27.01.2016 11:54:15