Schachblume

Fritillaria meleagris

Habitus: Bis 30 cm hoch werdende, mehrjährige Pflanze mit dünnem Stengel und schmalen Blättern. Liliengewächs mit einer fast kugeligen Zwiebeln.

Blätter: Mit schmalen graugrünen Blättern

Blüten: Sie hat glockenförmige, nach unten hängende Blüten. Diese sind schachbrettartig purpurrot-weiß oder grünlich-weiß gefleckt, selbst bei der ganz weißen Form. Die Blüten sind ca 3,5 cm lang

Blütenzeit: April bis Mai

Standort

Gärten Sumpfwiesen Nasswiesen und Auwälder im Überschwemmungsbereich von Flussauen und Flachmooren

Allgemeine Verbreitung

In Deutschland kommt die Schachbrettblume nur noch an der unteren Elbe und vereinzelt an Weser (Schachbrettblumenwiese) und Main vor, in Österreich findet sie sich z.B. in der Steiermark und im Südburgenland. Im 15. und 16. Jahrhundert waren die Schachbrettblumen beliebte Gartenblumen, und möglicherweise handelt es sich bei der Wildform um einen Gartenflüchtling. In Frankreich und Jugoslawien ist die Pflanze jedoch heimisch.

Name: Ihres Schachbrettmusters auf den Blüten wegen erhielt die Pflanze ihren Namen. Auf die gefleckten Blüten bezieht sich auch der deutsche Name Kiebitzei und der Artname meleagris. Er kommt von dem griechischen Wort für Perlhuhn, dessen geflecktes Gefieder an die Blüten der Schachblume erinnert. Der lateinische Gattungsname Fritillaria bedeutet Würfelbecher und bezieht sich auf die Blütenform (fritillus - Würfelbecher).

Giftstoffe: Vorwiegend in den Zwiebeln finden sich giftige Alkaloide, unter anderem das Imperialin und Fritillin. Kinder, die von den Blumenzwiebeln essen, sind besonders gefährdet. Eine Vergiftung zeigt sich in Erbrechen, Krämpfen, Kreislaufbeschwerden (der Blutdruck fällt ab), in besonders schweren Fällen auch Herzstillstand. Im gekochtem Zustand verliert die Zwiebel ihre Wirkung.

Kulturanleitung: Schachbrettblumen sind ausdauernd und entwickeln sich aus Zwiebeln. Brutzwiebeln können im Herbst abgenommen und in einen Topf gesetzt werden. Oder man sät dünn in einen kleinen Topf und bedeckt die Samen mit wenig Erde. Über den Winter, mit Glas abgedeckt, ins Freie stellen. Aus Samen gezogene Pflanzen blühen mitunter erst nach fünf Jahren und sollten auch nicht eher verpflanzt werden. Geeignet ist feuchter Gartenboden. Durch die Seltenheit von Überschwemmungswiesen an den Flüssen und die damit heutzutage fehlende Möglichkeit für Samen und Brutknospen, neue Lebensstätten per Hochwasserverbreitung zu erreichen, sind die übriggebliebenen Schachblumenbestände durch intensive Landwirtschaft äußerst gefährdet. Die Art verträgt keine Düngung und kann nur Samen bilden, wenn die erste Mahd nicht vor Anfang Juli erfolgt. Allerdings kann sie sich auch in ungemähten Flächen nicht halten, da sie dort von den dicht aufwachsenden hohen Gräsern “erstickt“ würde. Sie ist damit auf eine heute kaum noch übliche Mähweidenutzung angewiesen. Für ihren Erhalt müssen daher Landwirtschaft und Naturschutz eng zusammenarbeiten.

Eingetragen am 07.01.2015Aktualisiert am 24.01.2015 12:10:20