Lauch, Schnittlauch

Allium schoenoprasum

Habitus : Schnittlauch erreicht 10 bis 50 cm Höhe. Es hat kleine, nicht stark ausgeprägte, längliche bis etwas eiförmige Zwiebeln, die als solche fast nicht in Erscheinung treten.

Blätter : Die Blätter inserieren basal, sind röhrig, hohl, im Querschnitt rund oder elliptisch. Fast gleich wie die Blätter sieht der Stängel aus, der ebenfalls aufrecht, rund und glatt, aber etwas sparriger ist.

Blüte : An der Spitze des Stängels entwickelt sich ein kugeliger, dicht besetzter Blütenstand, der nie Brutzwiebeln ausbildet und dessen basale Hüllblätter den Blütenstand nie überragen. Die 0,8 bis 1,2 cm langen Blütenhüllblätter sind allmählich zugespitzt, hell- oder dunkelrot, bisweilen mit einem Blaustich, einem dunkler hervorgehobenen Mittelnerv und neigen mehr oder weniger zusammen. Die Staubblätter sind kürzer als die Blütenblätter.

Blütezeit : Mai bis September.

Standort

Braucht lockeren, nährstoffreichen, feuchten Boden. Verwildert wächst er entlang von Flussläufen auf feinerdigen und schlammigen Sand- und Kiesbänken, Gärten, Uferrändern, Weiden, Wiesen, Gestrüpp, Hecken. Sehr häufig auf Sumpfwiesen, an quelligen Stellen und auf berieselten Felsterrassen der Alpen, bis 2600 m

Allgemeine Verbreitung

Gartenpflanze

Wild: Europa, Asien, Nordamerika, China, besonders im Alpengebiet, außerdem im Jura, auf der süddeutschen Hochebene, zerstreut im mitteldeutschen Bergland, im Nahetal, an der Saar, am  Rhein bis Bonn, zerstreut am ganzen Elbeufer, in den Sudeten, in Böhmen

Verwendung: Schnittlauch enthält Knoblauchöl, allerdings nicht in der Menge wie beim Knoblauch selbst, weswegen er zwar milder schmeckt aber dennoch immer als solcher in Erscheinung tritt. Ernährungsphysiologisch bedeutsam ist der Vitamin C-Gehalt von 40 bis 60 mg pro 100g des frischen Krauts, vor allem im Frühjahr, weil er zeitig nach dem Winter treibt und das erste frische Grün liefert. Schnittlauch ist heute als Küchenkraut in Verwendung, das in Ermangelung eines Gartens auch auf der Fensterbank gezogen werden kann. Da sich beim Trocknen das Aroma verliert, wird Schnittlauch immer nur frisch verwendet. Er passt zu Kartoffeln, Eiern und Omelette. Blätter und Zwiebeln dienen auch zum Garnieren und Würzen von Suppen, Salaten, Weichkäse, Quark, Kräuterbutter und Soßen wie Remoulade oder Ravigote.

Geschichte: Schnittlauch war im Altertum offenbar nicht bekannt. Die Kultur ist wohl im frühen Mittelalter aus Italien in das nördliche Europa gelangt. Nicht unwesentlich hat zu seiner Verbreitung die im Capitulare de villis ausgesprochene Empfehlung beigetragen. Zudem galt den Menschen im Mittelalter der Schnittlauch als Medizin für Jugend und Schönheit, was nicht ganz falsch sein kann, wenn man weiß, dass den Zwiebeln allgemein eine verjüngende Wirkung zugeschrieben wird. In der Volksmedizin wird Schnittlauch als Mittel gegen Wurmbefall genutzt.

Volksheilkunde: Schnittlauch wird als Würze und Vitaminspender geschätzt. In der Volksheilkunde wird er zur Anregung des Appetits und gegen Blähsucht verwendet. Er soll immer frisch geschnitten sofort verwendet werden, da es sonst zu Vitaminverlust (Vitamin C) kommt. Schnittlauch wirkt appetitanregend und ist durch seinen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sehr wertvoll. 100 g Schnittlauch enthalten 2 mg Natrium, 434 mg Kalium, 167 mg Calcium, 75 mg Phosphor, 44 mg Magnesium und 13 mg Eisen. Bei den Vitaminen ist der nahe Vitamin C-Gehalt besonders hervorzuheben. 100 g Schnittlauch enthalten 47 mg Vitamin C. Um die gleiche Menge Vitamin C zu bekommen, müsste man ca. 1,2 kg Apfel essen.

Gartenpflanze: Schnittlauch bevorzugt einen kalkhaltigen, humosen und feuchten Lehmboden in sonniger bis halbschattiger Lage. Mit Nährstoffen darf nicht gespart werden. Gesät wird Februar/März im Gewächshaus oder Frühbeetkasten. Ist der Schnittlauch 10 cm groß, werden immer mehrere Pflanzen pro Pflanzstelle zusammen im Abstand von 20x20 cm gepflanzt. Direktaussaaten sind von Mitte März bis Mitte Mai möglich. Empfohlener Reihenabstand 20 cm, Aussaatmenge 300 Korn pro laufenden Meter, Aussaattiefe 2 cm. Die Keimzeit beträgt 7 - 14 Tage. Schnittlauch wird das ganze Jahr hindurch geerntet. Nach jedem Schnitt sollte er gedüngt werden. Blütenstängel werden, sobald sie erscheinen, entfernt, denn sie kosten die Pflanze unnötige Kraft. Zum Antreiben des Schnittlauchs im Winter eignen sich am besten zweijährige Pflanzen, die im Sommer nicht geschnitten wurden, Im Herbst gräbt man den Schnittlauch aus und lässt ihn so lange im Freiland liegen, bis das Laub eingetrocknet ist. Ist es draußen zu nass, legt man den Schnittlauch an einen überdachten und luftigen Platz, wo er bis zum Antreiben liegen bleiben kann. Frost schadet ihm nicht, im Gegenteil er verbessert die Qualität beim Antreiben. Zum Antreiben pflanzt man den Schnittlauch in einen Topf und stellt ihn auf eine warme Fensterbank. Er sollte nur mit lauwarmem Wasser gegossen werden. Bereits nach gut einer Woche kann der frische Schnittlauch geerntet werden.

Eingetragen am 19.11.2014Aktualisiert am 07.01.2015 12:50:38