Lauch, Knoblauch

Allium sativum

Habitus: Der Knoblauch hat einen aufrechten, bis zur Hälfte beblätterten Stängel und wird 30 bis 80 cm hoch. Er ist mehrjährig und vermehrt sich vor allem über seine zahlreichen Zwiebeln. Der Stängel ist federkieldick und stielrund und wie die ganze Pflanze kahl. Die Zwiebeln sind von weißen, häutigen Schalen umhüllt, so dass eine fast faustgroße Gesamtzwiebel gebildet wird.

Blätter: Die Blätter sind flach, 1 bis 2 cm breit und gekielt.

Blüten: Der Blütenstand ist eine wenigblütige Scheindolde, in der sehr viele, oft mehr als Blüten vorhandene bis 1 cm große Brutzwiebeln sitzen. Ein langes Hüllblatt schließt den Blütenstand ein, überragt diesen spornartig und fällt später ab. Die Blüten sind blassrosa oder grünlich-weiß, die Blütenstiele 2 bis 5 cm lang.

Blütezeit:  Juni  bis  August

Standort

Knoblauch gedeiht am besten auf schweren, tiefgründigen, humusreichen Böden, die nicht zu feucht und nur leicht gedüngt sein sollten. Er liebt einen sonnigen Standort.

Allgemeine Verbreitung

In Europa sind die Balkanländer sein Hauptanbaugebiet, außerhalb ist es der gesamte Nahe Osten und weite Teile Zentralasiens.

Geschichte: Ägypten war das Knoblauchland des Altertums, er galt dort als heilige Pflanze. Berühmt ist, worüber Herodot berichtete, daß beim Bau der Pyramiden von den Arbeitern Knoblauch gegessen wurde. Für deren Versorgung mit Knoblauch, Rettich und Zwiebeln mussten allein beim Bau der Cheopspyramide 1600 Silbertalente aufgewendet werden, eine Summe, die sich heute nur gutgestellte Mehrfachmillionäre leisten könnten. In Griechenland sagte man, Knoblauch verleihe Kraft. Aber die Götter mochten ihn nicht, weil er stank. Folglich war der Besuch von Tempeln Knoblauchessern untersagt und die vornehmen Leute aßen ihn nicht mehr. Seither hängt ihm der Makel des Unfeinen an und er galt als Essen armer Leute. Seine gesundheitsfördernden Wirkungen kennend hielt man ihn außerdem auch für ein Aphrodisiakum. Im Mittelalter galt er schließlich sogar als Mittel gegen die Pest, da er Bestandteil des Vierräuber- oder Pestessigs, Acetum aromaticum, war, wozu u.a. auch Raute und Salbei gehörten. Knoblauch war Theriaca rusticorum, der Theriak der einfachen Leute. Theriak ist eine Sammelbezeichnung für magisch hergestellte Mixturen, die als universelle Gegengifte und lebensverjüngende Elixiere galten. Warum man hierzu Knoblauch nahm, erklärt von Perger so: "Weil der Knoblauch, wenn er längere Zeit an der Luft hängt, schwarz wird, so glaubte man, dass er das Böse an sich zöge, und benützte ihn aus diesem Grund zum Ausscheiden des Giftes oder als Bewahrungsmittel vor demselben." Die alten Hebräer trugen ihn als Talisman um den Hals. Hekate, die Göttin des Zauberns, bekam als Nachtmahl einige Knoblauchzehen auf eine Wegekreuzung gelegt. In Volksmedizin und Aberglaube spielte und spielt noch heute der Knoblauch in ganz Europa eine wichtige Rolle. In der Phantasie der Menschen macht ihn seine antibakterielle Wirkung zauberkräftig. Sagen sprechen ihm beschwörende Wirkung gegen Hexen und Teufel zu. Legendär ist ja seine abschreckende, geradezu lähmende Wirkung auf Vampire. Seeleute nahmen. reichlich Knoblauch mit auf ihre Reisen. Er half gegen Bakterien, wenn in den Kesseln das Wasser faulte und ungenießbar wurde. Ebenso wurde er in den warmen Ländern des Orients genutzt, wo die Brunnen und Zisternen nicht immer die beste Trinkwasserqualität lieferten.

Verwendung: Die Knoblauchzehen besitzen einen aufdringlichen Geschmack und Geruch und werden nur in kleinsten Mengen zum Würzen oder zu Salaten verwendet. Auch das grüne Kraut wird gerne genommen, da es milder im Geschmack ist. Bei Salaten genügt es meistens schon, wenn man die Schüssel mit einer Knoblauchzehe ausreibt. Zerkleinert oder gepresst nimmt man Knoblauch zu Fleischgerichten, Soßen, Suppen, Käse, Quarkspeisen, Kräuterbutter, Eintopfgerichten sowie bei der Gemüse- und Wurstzubereitung. Der unangenehme Mundgeruch lässt sich durch Zerkauen von Petersilienwurzeln und Blättern vermindern. Auch die Blätter der Gartenraute helfen sowie das Ausspülen des Mundes und Trinken frischer Milch. Bei Menschen, die stark transpirieren, wird das Öl jedoch durch die Haut ausgeschieden.

Verwendung in der Volksheilkunde: Die gesundheitsfördernde Wirkung des Knoblauchs wird durch die schwefelhaltigen, ätherischen Öle, den Jodgehalt und einigen Enzymen hervorgerufen. Knoblauch fördert die Verdauungstätigkeit, regt die Durchblutung der Schleimhaut an, welches einen positiven Einfluss auf die Herztätigkeit hat. Er hilft gegen Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übermüdung, Schlaflosigkeit, Nervosität sowie gegen Depressionen. Positive Wirkungen sind bei Arterienverkalkung, zu hohen Blutdruck und Lungenerkrankungen zu beobachten. Zur Linderung von Nierenkoliken soll warmer Wein mit drei zerkleinerten Knoblauchzehen eingenommen werden.

Pikant eingelegte Knoblauchzehen

5 Knoblauchknollen

½ l Weißwein

100 ml Essig

75 g Zucker

2 Chilischoten

1 Zweig Rosmarin

1 Zweig Thymian

1 Teel. weiße Pfefferkörner

4 Lorbeerblätter

2 Teel. Salz

4 Essl. Öl

Die Knollen zerteilen und die Zehen schälen. Alle Zutaten außer dem Öl 3 Min. kochen und über Nacht im geschlossenen Topf stehen lassen. Dann noch einmal 5 Min. kochen und nach dem Erkalten in ein Glas füllen. Zuletzt das Öl darüber gießen.

Weitere Knoblauchrezepte aufzulisten ist müßig, weil er fester Bestandteil nicht nur der mediterranen und orientalischen Küche ist, sondern zu vielen Salaten und Fleischgerichten passt und viele Möglichkeiten bietet, eigene Gerichte zu kreieren.

 

Eingetragen am 19.11.2014Aktualisiert am 07.01.2015 12:49:53