Knotenblume, Frühlings-Knotenblume

Leucojum vernum

Habitus: Die ausdauernde Pflanze wird 10 bis 35 cm hoch. Die Zwiebel ist 15 bis 30 mm im Durchmesser. Der Blütenstängel ist 12 bis 35 cm lang, kräftig, gewöhnlich die Blätter überragend, mit kleinem Zentral-Hohlraum und 2 schmalen Flügeln.

Blätter: Die Blätter sind fleischig, zu 3-4, 10 bis 25 cm lang und 5 bis 25 mm breit, sich während der Anthesis entwickelnd.

Blüten: Die Blüten sind meist einzeln (selten 2). Das Hochblatt 25 bis 40 cm lang, 1-fächrig und nach unten umgerollt. Die Perigonsegmente sind 15 bis 25 mm lang, weiß, mit gelbgrünem Fleck über der verdickten Spitze, der Griffel ist keulenförmig, die Staubgefäße etwas überragend, Samen weißlich.

Blütezeit: Februar bis April

Standort

In sickerfeuchten Laubmischwäldern, besonders Auen- und Schluchtwälder, Gebüsche, extensiv genutzte Wiesen, Bachufer in der kollin-montanen (bis subalpinen) Stufe nährstoffanspruchsvoll.

Allgemeine Verbreitung

In Zentral-Europa (in Deutschland nördlich etwa bis Hannover, bis Belgien, Z-Frankreich, Z-Italien und Serbien, vielfach kultiviert und teilweise eingebürgert fehlt der immergrünen Region des Mittelmeergebietes und den Pyrenäen.

Name: Ihrer Blütezeit und der Form der Blüten wegen nannte man sie Märzenbecher. Ein weiterer gebräuchlicher Name ist Frühlings-Knotenblume, da die Pflanze am Grund der Blüte einen kleinen Knoten trägt. Der Gattungsname Leucojum setzt sich aus den griechischen Worten leukos für weiß und ion für Veilchen zusammen, wohl daher, weil die Blüten veilchenartig riechen. Der Artname vernum kommt vom lateinischen veris für Frühling.

Sonstiges: Die intensiv aromatische Wurzel wird in der Volksmedizin bei Blähungen, Verstopfungen, Leber-, Nieren- und Blasenleiden sowie bei zahlreichen Frauenerkrankungen verwendet. Absud des Krautes gilt als magenstärkend, in der Küche frisch ähnlich wie Petersilie gebraucht, außerdem zum Würzen von Käse. Extrakt der Wurzel ist fester Bestandteil von zahlreichen Alpenlikören. Gehört zu den besten Futterpflanzen der Alpen. In jungem Zustand reich an Roheiweiß und Fetten. Aromatischer Duft, noch im Heu balsamischer Duft. Für Vieh

Nahrungs- und Heilpflanze: fördert Milchleistung und -güte, wirkt im Darm erwärmend, hilft bei Koliken und schützt vor Erkältungen durch nasses Futter. Kommt oft in Alpensagen und Almsegensprüchen vor. Viele Volksnamen, z.B. Muttern, Madaun (vgl. Madautal in Lechtaler Alpen!), Mutteli, Mutterkraut, Gamskraut, Bärenfenchel

Eingetragen am 17.11.2014Aktualisiert am 07.01.2015 12:45:37