Schwanenblume

Butomus umbellatus

Habitus: Es handelt sich um eine stattliche bis 150 cm hohe, ausdauernde Pflanze. Die Grundachse ist horizontal und ziemlich dick.

Blätter: Die Blätter aus der grundständigen Rosette sind aufstrebend, lineal, unten dreikantig und am Grund scheidenartig erweitert, nach oben schwertförmig zugespitzt, selten flutend, 50 bis 110 cm lang und 3 bis 10 mm breit.

Blüten: Der Blütenstängel ist stielrund und die Blätter überragend. Der Blütenstand ist seitenständig, doldenähnlich (drei in den Achseln von quirlständigen Hochblättern stehende doldenförmige Schrauben bilden eine scheinbar einfache Dolde), mit einer Endblüte abschließend. Die Hüllblätter der Dolde sind dreieckig-lanzettlich zugespitzt. Die Blütenstiele sind zart, 5 bis 10 cm lang und viel länger als die Blüten. Die Perigonblätter sind rötlichweiß, dunkler geadert, kurz genagelt, die äußern an der Außenseite oft violett überlaufen, die Kelchkronblätter mehr oder weniger grünlich angelaufen.

Blütezeit    Juni bis August.

Standort

Stellenweise in stehenden oder langsam fließenden Gewässern Sie verträgt stark wechselnde Wasserstände und siedelt vor allem auf sandigen Schlammböden.

Allgemeine Verbreitung

Weit verbreitet im gemäßigten Europa und Asien (nicht im eigentlichen Mittelmeergebiet, dagegen noch in das nördliche Indien hinabsteigend

Nutzung: Der Wurzelstock der Pflanze wird besonders in Russland von vielen Völkerschaften gegessen, so von armen Einwohnern in Archangelsk, in der Moldau, von Tungusen und Kirgisen. Die Kalmücken backen die frische oder auch getrocknete Wurzel in der Asche und essen sie mit Speck. Bei den Jakuten bildet sie mit den Zirbelnüssen die wichtigste Nahrung. Bei diesem Volk herrscht auch der Glaube, dass die Pflanze nur dann blühe, wenn sie niemand sieht und dass sie sich vom Platz fortbewegen könne. Aus den Stengeln werden hie und da Körbe und Matten geflochten. Rhizome und Samen waren früher offizinell und werden noch heute stellenweise als auflösendes, kühlendes und erweichendes Mittel (in Russland auch gegen die Wassersucht) verwendet.

Name: Wohl nach den langen, dünnen Doldenstielen und der rötlichen, weißen Blütenfarbe ist die Pflanze nach dem Storch benannt: Storchblume (Westpreussen, Aebäersblome (Unteres Wesergebiet), Kneppersblome (Mark .Brandenburg an der unteren Havel). An der unteren Weser heißt die Pflanze auch: Kükenblome, in Anhalt : Seepferd, nach ihrem Standort: Wasserblume, bei den Alten daher auch Juncus floridus (= Blumenbinse) genannt. Die letztgenannte Bezeichnung, sowie Schwanenblume, Wasserviole, Wasserliesch, Name einer Sumpfpflanze (einer Cyperacee?) bei Theophrast von floiig = Rind und waiv = schneiden, weil sich die Rinder an den scharfen Blättern verletzen. (Liesch = Carex, s. d.) sind mehr Büchernamen als wirkliche Volksnamen. Die Rhizome der Pflanze werden in Bremen Smieter genannt.

Eingetragen am 17.11.2014Aktualisiert am 01.12.2014 16:38:05