Drachenwurz

Calla palustris

Habitus: Die ausdauernde, kriechende Pflanze kann eine Höhe bis zu 30 cm erreichen.

Blätter: Die Blätter sind langgestielt, grundständig und herzförmig zugespitzt,  sattgrün-fettglänzend und einem auf der Oberseite weißen auf der Unterseite grünlichen, ebenfalls großen Blütenblatt.

Blüten: In einem vielblütigen Kolben stehen die kleinen Blüten. Sie sind von einer innen weiß, außen grün gefärbten Blütenscheide umgeben. Der Blütenstand besteht aus einem etwa zwei Zentimeter langen, gelben Kolben (Spadix), mit vielen Blüten, der von einem weißen Hüllblatt (Spatha) umgeben ist. Die Blüten sind stark reduziert es sind keine Kelch- und Kronblätter vorhanden. Staubblätter sind 6 vorhanden.

Blütezeit: Mai bis Juli

Standort

Wächst an moorigen Stellen, in Erlenbruchwäldern, an Tümpeln, vorzugsweise also auf nassem Boden. Sie ist kalkscheu und recht selten zu finden. Sie wird auch als Zierpflanze an Gartenteichen und an künstliche Biotope gepflanzt und ist im Handel erhältl

Allgemeine Verbreitung

In Nord- und Mitteleuropa und im Hochgebirge findet man sie nicht. Durch die Trockenlegung von Sümpfen und Moorgebieten ist die Drachenwurz ständig im Rückgang begriffen.

Name: Die Pflanze heißt bei uns auch Schlangenwurz, Wasser-Schlangenwurz, Sumpf-Schlangenwurz und ihrer Hüllblätter wegen auch Schweinsohr.
Die Bezeichnung Drachenwurz und Schlangenwurz erhielt sie wegen ihres schlangenähnlichen Wurzelstocks und Aufgrund ihrer Anwendung bei Schlangenbissen.
Der griechische Gattungsname Calla bedeutet Schönheit (kallos - körperliche Schönheit).
Der Artname palustris ist lateinisch und heißt in Sümpfen wachsend, womit er auf das Vorkommen der Pflanze hinweist.

Drachenwurz wurde im Mittelalter bei Wunden und Geschwüren sowie bei Ohrenschmerzen, bei Polypen in der Nase und gegen Schlangenbisse verwendet. Hieronymus Bock schreibt dazu: "Die bletter auff die biß der gifftige thier gelegt / zeucht das Gift heraus / unnd heilet sie inn kurzen tagen." Möglicherweise schloß man hier, entsprechend der mittelalterlichen Signaturenlehre, vom Aussehen einer Pflanze, auf deren Wirkungsweise. Im Kräuterbuch des Tabernaemontanus lesen wir: "Mit dieser (Frucht) ezet man den gifftigen Krebs hinweg / und das unnatürliche Gewächs der Nasen." Die Sumpfcalla war schon immer sehr selten und seit Jahrhunderten in ihrer Existenz gefährdet. Mit Trockenlegung von Sümpfen zur Urbarmachung für die landwirtschaftliche Nutzung fing es an. Dadurch wurden viele Standorte für die “Calla palustris“ zerstört. Sie behielt eigentlich nur noch “zufällig“ optimale Lebensmöglichkeiten, an belassenen Tümpeln etwa, an den notwendigen Entwässerungsgräben in unserer Zeit in naturgeschützten Feuchtgebieten, sofern diese von Schadstoffeinleitungen freigehalten werden konnten. So fand die Drachenwurz neue, offenbar für sie sehr günstige Bedingungen in den Entwässerungsgräben der Hamburger Marschgebiete. Dennoch gilt sie weiterhin als höchst selten und schon von dieser Seltenheit her als in ihrer Existenz äußerst gefährdet.

Eingetragen am 17.11.2014Aktualisiert am 06.12.2016 19:19:45