Lichtnelke, weiße

Silene latifolia

Habitus: Die Weiße Lichtnelke ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 60 cm erreicht. Der Stengel ist drüsig weich behaart.

Blätter: Ihre Blätter sind eirund, meistens zugespitzt, nach dem Grunde schmaler werdend und unten gestielt.

Blüten: Sie besitzt weiße Kronblätter, die etwa 3 cm lang werden. Jedes Kronblatt ist in den so genannten Nagel (das in den Kelch weisende, lang-keilförmige Kronblattteil) und die Platte (rechtwinklig zum Nagel nach außen weisender Kronblattteil) aufgeteilt. Am Übergang von Nagel zu Platte befinden sich kleine Gewebeanhängsel welche zusammen als Nebenkrone bezeichnet werden. Die Kelchblätter sind etwa 1,5 bis 3 cm lang und besitzen schmale dreieckige Kelchzähne. Der Kelch der männlichen Blüten ist zehnnervig, der der weiblichen Blüten 20-nervig. Nur bei letztern und bei zwittrigen Blüten ist der Kelch aufgeblasen. Die Zwitterblüten sind vormännlich.

Blütezeit: Juli bis September.

Standort

In Unkrautfluren der Schuttplätze, sowie an Wegen und Ackerrändern. Sie liebt ziemlich stickstoffreiche, nicht allzu basenarme Lehmböden. Es ist eine Lichtpflanze.

Allgemeine Verbreitung

In ganz Europa.

Vermehrung: Die Kapselfrüchte sind von einem vergrößerten Kelch umgeben, der als Windfang dient. Bei feuchtem Wetter ist er geschlossen. Die Kapselzähne sind in trockenem Zustand nach außen gekrümmt und dienen als Klettorgan. Demnach ist die Pflanze ein Wind- und Tierstreuer. Fruchtreife ab VIII. Die Früchte sind Wintersteher. Die Samen der Silene-Arten sind durch zahlreiche Höcker sehr dekorativ.

Es sind typische Nachtfalterblumen: Sie öffnen sich erst abends bzw. bei schlechtem Wetter nachmittags. Erst dann duften die Blüten intensiv und locken mit ihrem Duft langrüsseligen Nachtfalter an. Kleinere Insekten werden zurückgewiesen. Dafür sorgen die 2 mm hohen Schlundschuppen, die als Nebenkrone den Schlundeingang umgeben. Der Nektar wird vom fleischigen Blütenboden abgeschieden. Bei weiblichen Blüten ist er 2,0 bis 2,5 cm, bei männlichen 1,5 bis 1,8 cm tief verborgen.

Eingetragen am 06.03.2016Aktualisiert am 18.05.2016 15:17:21