Johannisbeere, schwarze

Ribes nigrum

Habitus: Ein Strauch, der 1 bis 2 m hoch wird und im Gegensatz zur Stachelbeere gänzlich ohne Stacheln ist.

Blätter: Die Laubblätter sind groß, gestielt, 3- bis 5-lappig und am Grund  herzförmig, mit dreieckigen, spitzen oder stumpflichen, doppelt grobgesägten Lappen, Sie sind oben verkahlend und unten  behaart und mit gelblichen Harzdrüsen besetzt.

Blüten: Die Blüten sind innen rötlich, in achselständiger und reichblütiger Traube. Die Tragblätter sind kürzer als der. Blütenstiel und lanzettlich behaart. Die Blütenstiele sind dicht unter dem Fruchtknoten gegliedert und tragen 2 Vorblätter. Der Kelch ist glockigbehaart und drüsigpunktiert Die Kelchzipfel sind länglich, stumpf, zurückgeschlagen und doppelt so lang als die lineallänglichen, aufrechten Kronblätter.

Frucht: Der Griffel hat eine gespaltene Narbe und sie ist zweilappig. Die Beeren sind kugelig, schwarz, drüsigpunktiert und von eigenartigem, schwach wanzenartigem Geschmack.

Blütezeit: April bis Mai.

Standort

In feuchten Gebüschen, humosen Laubwäldern, Erleitbrüchen, Auenwäldern, im Ufergebüsch, in Flachmooren, Sümpfen hie und da aus Kulturen verwildert.

Allgemeine Verbreitung

Eurasiatisches Waldgebiet, von Nordwest-Frankreich und Grossbritannien östlich bis Russland ,Kaukasus, Armenien, Zentralsibirien, Turkestan, Himalaja, Mandschurei. In Südeuropa (Spanien, Portugal, Italien) nur kultiviert.

Geschichte: Der Apotheker und Botaniker Tabernaemontanus (1520 - 1590) beschreibt in seinem Kräuterbuch die Wirkungen der Schwarzen Johannisbeere wie folgt: “Welchem Menschen die Zunge geschwollen wär / der solle sie reiben mit Johannisträubleinsafft / so fleusst der Speichel und Schleim heraus. Dieser Safft mit Rosenwasser vermischt / und sich damit gegurgelt / ist gut wider das geschwollene Zäpflein. Befestiget die wacklende Zähn / und stärcket das Zahnfleisch: So man an die Stirn streicht / hilfft es den trieffenden Augen.

Heilwirkung: Johannisbeerblätter werden in der modernen Phytotherapie bei Kreislaufstörungen in den Wechseljahren, als Antirheumatikum und zum Ausschwemmen der Harnsäure und von Toxinen gebraucht. Eine Kur kann also Allen mit Gelenkserkrankungen empfohlen werden, vielleicht in Verbindung mit Teufelskralle. Johannisbeeren können auch als Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt werden, sowie  bei Magen- und Darmbeschwerden und als Diätunterstützung. Gelegentlich (Norddeutschland) werden die Blätter dem Maitrank beigegeben. Dem Branntwein zugesetzt gelten sie beim Landvolke als wirksames Mittel  gegen Gicht („Gicht beere"). Aus den Beeren wird ein Likör hergestellt ebenso sollen sie eine, wohlschmeckende Suppe geben. In Württemberg wurde daraus ehedem der „Traubleswein" bereitet. Zur Anpflanzung werden besonders empfohlen ,Lee's schwarze Johannisbeere` mit  langen, saftreichen Trauben, die gleichfalls großbeerige „Schwarze Traube"

Name: Der Strauch hat viele seiner Volksnamen von dem unangenehmen (an den von Bock, Wanzen, Kot, Katzendreck erinnernden) Geruch erhalten Stinkstrük (Mecklenburg), Bocks., Bucksbeere (plattdeutsch), Bökbeere (Nordböhmen), Wanzenbeere (z. B. Thüringen, Baden), Wandelbeere [Wändele.Wanze] (Elsass), Wanzäbeeri (Schweiz Waldstätten), Scheissbeere (Altenburg), Kakelbeere (Oldenburg), Katzebier (Oberhessen), Chatzeberi (Zürich). Die niederdeutschen Benennungen Eilbee, swaarte Allbee (Ostfriesland), Albern (Mecklenburg), sollen aus „Alantbeere" (Aehnlichkeit im Geschmack mit der Alantwurzel) zusammengezogen sein. Die Bezeichnung Adebarskaspern Storchkirschen] (Mecklenburg) bezieht sich vielleicht auf die frühe Blütezeit (Ankunft des Storches) oder darauf, dass der Strauch wild an feuchten Stellen (Aufenthalt des Storches).

Eingetragen am 03.03.2016Aktualisiert am 18.05.2016 15:16:33