Johannisbeere, rote

Ribes rubrum

Habitus: Es ist ein aufrechter, 1 bis 2 m hoher, buschiger, wehrloser Strauch mit im Alter schwarz. grauer Rinde.

Blätter: Die Laubblätter sind langgestielt, aus herzförmigem Grund handförmig 3 bis 5-lappig, mit breiten Lappen, doppelt kerbig gezähnt, unten in der Jugend kurzflaumig, später verkahlend und nicht punktiert.

Blüten: Die Blütentrauben sind zuerst übergebogen, später hängend. Die Blütenstiele sind dünn, das eirunde, stumpfe, kahle Tragblatt mindestens noch einmal überragend. Die Kelchblätter sind kahl, grünlich, bräunlich oder rotpunktiert, spatelig und doppelt so lang als die gestutzten, gelblichen Kronblätter.

Frucht: Der Griffel ist 2-spaltig, die Beeren rot oder (in Kultur) gelblichweiß oder selten rosarot und von säuerlichem Geschmack.

Blütezeit: April bis Mai.

Standort

Zerstreut in Hecken und Gebüschen, feuchten Wäldern, in Schluchten, an Bächen, auf Torfboden. Gartenpflanze.

Allgemeine Verbreitung

Europa Eurasien.

Geschichte: Wie die Stachelbeere war auch die Johannisbeere den Griechen und Römern als Beerenfrucht gänzlich unbekannt. Die ältesten Abbildungen finden sich in zwei Kunstwerken der niederländischen (Genier) Miniaturenschule aus den neunziger Jahren des 15. Jahrhunderts Erstmals wird der Strauch in Deutschland im Anfang des 15. Jahrhunderts genannt und auch 1480 im Mainzer Herbarium unter dem Namen „Ribes, santjohans und 1485 in dem gleichfalls in Mainz gedruckten „Garten der Gesundtheit“ abgebildet, später (1543) gleichfalls von L. F u c hs in seinem bekannten Kräuterbuch. Als Gartenpflanze kennt sie Gesner, während sie in Italien erstmals ums Jahr 1550 bei Petrollini und Cibo genannt wird. Dagegen tauchen von der Pflanze im wilden Zustande erst bei C a m e r a r i u s (1586) die ersten Nachrichten auf, man vermutet dass die Kultur der Johannisbeere aus Belgien oder Nordfrankreich stammt.

Anbau: Für den Massenanbau, den Markt, zur Weinbereitung, zum Einkochen usw. eignen sich grossbeerige Sorten von möglichst milder Säure und mit reichlicher Fruchtbarkeit wie die Holländische rote Johannisbeere, Versailler Rote, Holländische Weisse. Für kleinere Anpflanzungen, für die Tafel kommen langtraubige Sorten mit möglichst milder Säure in Betracht wie die Kaukasische Rote, Langtraubige Rote und Holländische 'Weisse. Zum Einmachen ist besonders wertvoll die „Kernlose* und dann vor allem die „Weisse von Bar le Duc", deren Beeren fast reinweiss, sehr dünnschalig und nur 3.samig sind. Aus Russland sind nur rote Sorten mit großen, birnförmigen Beeren (f. cerasiförme Koch) in den Handel gekommen. Die Beeren der „Gestreiften Perljohannisbeere sind mittelgroß, entweder auf hellgelblichem Grund dunkelrosa marmoriert oder seltener an einzelnen Aesten einfarbig hellrot gefärbt. Der in den Beeren vorkommende rote Farbstoff färbt Leinen gelb. Der Saft wird gern als kühlendes und durstlöschendes Getränk bei fieberhaften Krankheiten benützt und war als Sirupus ribium gebräuchlich. Bereits L. Fuchs (1543) sagt, dass die Beeren gut für hitzigen Magen, für Durst, Fieber usw. sind. Die Beeren sind ungewöhnlich reich an verschiedenen Fruchtsäuren, und man kann aus ihnen ohne Kochen ein Gelee herstellen. Dazu werden die Beeren mit der Gabel von den Trauben abgestreift und vorsichtig zerquetscht, so daß die Kerne ganz bleiben. Anschließend wird der Saft abgeseiht und die doppelte Menge Zucker hinzugefügt.

Eingetragen am 02.03.2016Aktualisiert am 18.05.2016 15:16:09