Stachelbeere

Ribes uva-crispa

Habitus: Die Stachelbeere wächst als buschiger Strauch bis zu 3 m hoch. Die Äste sind graubraun, mehr oder weniger bogig ge­krümmt und mit nur wenigen einfachen, sehr selten auch mit 2-3teiligen Stacheln die jungen Zweige sind kurz und flaumig behaart.

Blätter: Die Blätter sind im Umriß rundlich bis 5eckig, bis 3 cm im Durchmesser, beiderseits kahl oder nur am Rand sehr schütter wimperig behaart Der Rand ist 3 - 5-lappig, zuweilen bis auf 1 des Spreitendurchmessers geteilt.

Blüten: Die Blüten stehen zu 1-3 in den Blattachseln, sie sind 0,6-1,3 cm im Durchmesser (ausgebreitet gemessen), gelblich-grün bis rötlich. Die 5 Blütenblät­ter sind gelblich-weiß bis grünlich-weiß, sehr selten nur 4, kaum so lang wie die Staubblätter, aufrecht im Blütenbecher stehend, keilförmig, vorne abge­rundet, abgestutzt oder beidseitig flach eingebuch­tet-geschwungen. Die 5 Kelchblätter, sehr selten nur 4, sind mindestens doppelt so lang wie die Blütenblätter, braunrot oder grün und rötlich überlaufen, bei voll aufgeblühten Blüten zurückgeschlagen, außen in der Regel kahl oder nur sehr schütter kurz behaart. Die kugeligen bis ovalen Früchte werden etwa haselnuss- bis kirschgroß und sind mit mehr oder weniger borstigen Flaumhaaren bedeckt. Ihre Schale ist oft durchscheinend und grünlich-weiß, goldgelb, bis rot gefärbt, teilweise sind sie auch mit Streifen versehen. Ihr weiches, gallertartiges, saftiges Fruchtfleisch enthält viele kleine, essbare Kerne.

Blütezeit: März bis April.

Standort

Braucht basenreichen, kalkhal­tigen, lockeren, steinig-sandigen, nicht allzu trocke­nen Lehmboden. Besiedelt Gebüsche, Waldränder und Steinriegel, Ruinen und Felsspalten. Wild wohl nur in Spanien bei uns allenfalls verwilderte Zuchtsorten. Sie klettert in den Alpen bis auf 1500 m.

Allgemeine Verbreitung

Fast ganz Europa (mit Einschluss der südlichen Halbinseln [in Portugal zwar nur kultiviert] und Grossbritanniens) in Skandinavien bis 63° nördl.Breite adventiv in Schwedisch Lappland [Kiruna] bei 67° 50' nördl. Breite.

Sorten: Die Stachelbeere (Ribes uva-crispa) ist mit der schwarzen Johannisbeere verwandt und es gibt fast 150 verschiedene Sorten dieser Beerenart. Im Gegensatz zu den Johannisbeeren wachsen die Stachelbeeren an dornigen Sträuchern und haben größere Früchte, die einzeln oder paarweise an den Büschen oder niedrigen Stämmchen hängen. Die kugeligen bis ovalen Früchte werden etwa haselnuss- bis kirschgroß und sind mit mehr oder weniger borstigen Flaumhaaren bedeckt. Ihre Schale ist oft durchscheinend und grünlich-weiß, goldgelb, bis rot gefärbt, teilweise sind sie auch mit Streifen versehen. Ihr weiches, gallertartiges, saftiges Fruchtfleisch enthält viele kleine, essbare Kerne. Frühreife Stachelbeeren sind leuchtend grün und hart und sind für den Rohverzehr nicht geeignet, schmecken aber gekocht sehr köstlich. Vollreife Stachelbeeren sind süß genug, um als Tafelobst gegessen zu werden. 

Inhaltsstoffe: Reife Stachelbeeren weisen nach den Tafeltrauben den höchsten Zuckergehalt unter den heimischen Beeren auf. Sie sind deshalb ein schneller Energielieferant , der sich gut als Zwischenmahlzeit oder schneller Muntermacher eignet. Der angenehm säuerliche Geschmack ist auf den hohen Gehalt an Wein-, Apfel- und Zitronensäure zurückzuführen. Diese Säuren sind folglich für die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung der Stachelbeere verantwortlich, da sie die Produktion der Verdauungsenzyme stimulieren. Der hohe Kaliumgehalt der Stachelbeere ist für die leicht entwässernde und harntreibende Wirkung verantwortlich. Stachelbeeren sind reich an Silizium, einem Spurenelement, das der menschliche Organismus verwendet, um feste und stabile Gefäße zu bauen und zu erhalten. Gerade bei Venenschwäche und Besenreisern kann eine einwöchige Stachelbeerkur helfend eingreifen. Nicht vergessen sollte man das in der Stachelbeere enthaltene Pektin, ein löslicher Ballaststoff, der darmreinigend und verdauungsfördernd wirkt. Ebenso regen die Fruchtsamen, im Inneren der Frucht, ähnlich.

Geschichtliches: Die Stachelbeere wird vermutlich schon seit dem 14. oder 15. Jahrhundert angebaut.

Im Kräuterbuch des Tabernaemontanus (1520-1590) beschreibt er die Pflanze Klosterbeer, wie man früher die Stachelbeere nannte. Hier einige Auszüge in der Originalsprache der damaligen Zeit: “Die grünen Blätter sind gut zu den Entzündungen / umfressenden Geschwären / und zu dem wilden Feur / dann sie den Schmerzen lindern. Die Blätter mit den innersten Rinden / mit Wasser und ein wenig Alaun gekocht / sind gut wider die Mundfäule.”

Bereits im 19. Jahrhundert soll es bereits fast 1000 Kultursorten gegeben haben.

Zubereitung: Durch den hohen Gehalt an Pektin, sind sie für Marmeladen und Gelees geradezu ideal geeignet. Als Sauce kann man Stachelbeeren zu gegrillten Makrelen reichen, wie es in Frankreich gern getan wird. Sie schmeckt aber auch lecker zu gebratenem Geflügel oder Fisch. Auch eine Handvoll Stachelbeeren in Rotwein oder Weißwein mitgegart, schmecken ganz vorzüglich. Gedünstete Stachelbeeren lassen sich zu Quark, Frischkäse oder Joghurt servieren. Als Kompott schmecken Stachelbeeren besonders gut, wenn sie mit frischem Ingwer oder etwas Zimt verfeinert werden. Frühreife Stachelbeeren ergänzen sich gut mit den zeitgleich blühenden Holunderblüten, die den Beeren ein muskatähnliches Aroma verleihen.

Goosberry Fool: Traditioneller Englischer Nachtisch, Rezept für 4 Personen 

Einkaufsliste:

  • 300 g Stachelbeeren
  • ½ Tasse Wasser
  • 3 EL Zucker
  • 1 kräftige Prise Zimt
  • 200 g Sahne
  • 1 Päckchen Vanillezucker 

Zubereitung:

Die Stachelbeeren waschen, den Stiel und den Blütenansatz abschneiden. Mit Wasser, Zucker und Zimt einige Minuten kochen, bis sie weich sind. Mit dem Mixer pürieren, kalt stellen. Sahne steif schlagen und eventuell mit Vanillezucker süßen. Fruchtpüree und Sahne vorsichtig mischen. In Stielgläser füllen und mit Krokant bestreuen.

(Kann auch mit Vanillepudding anstatt Sahne zubereitet werden) 

Eingetragen am 02.03.2016Aktualisiert am 18.05.2016 15:15:18