Lorbeerbaum

Laurus nobilis

Habitus: Ein bis 10 m hoher Strauch oder Baum zweihäusig.

Blätter: Die Blätter sind wechselständig, kurz gestielt, lanzettlich, lederig, wintergrün, oben dunkelgrün und glänzend, unten matt und am Rand schwach wellig.

Blüten: Die Blüten sind gelblichweiß, zu 4 bis 6 in blattachselständigen, büscheligen Dolden, klein, gestielt und mit 4-blättriger Blütenhülle. Die weiblichen Blüten haben einen kurzen Griffel, die männlichen Blüten haben 8 bis 12 Staubblätter. Die Frucht ist eine schwarze, eiförmige Beere und kirschgroß.

Blütezeit: April bis Mai

Standort

Sandiger, nährstoffreicher Boden an sonnigen, geschützten Plätzen.

Allgemeine Verbreitung

Stammt aus Kleinasien, ist jetzt im Mittelmeerraum verbreitet kann auch bei uns angepflanzt werden, ist jedoch nicht winterhart. Außer in den Mittelmeerländern wird Lorbeer kommerziell auch im Süden der USA angebaut.

Geschichte: Nach griechischem Mythos verliebte sich Apollo in Daphne, eine zierliche Nymphe sie aber floh vor ihm und als sie keinen Ausweg mehr sah, verwandelte sie sich in einen Lobeerbaum. Deshalb war der Lorbeerbaum dem Apoll geweiht, also heilig, und wurde ein Symbol für Weisheit und Ruhm.
In Delphi wurde in einem Lorbeerhain durch Pythia das Orakel befragt sie schlief auf Lorbeerblättern und kaute Lorbeerblätter, bevor sie in Trance fiel und das Orakel verkündete.
Kaiser Tiberius (42 v. Chr. - 37 n. Chr.) trug während Gewittern einen Lorbeerkranz, weil er gehört hatte, daß ein Blitz niemals in einen Lorbeerbaum schlagen würde.
Hervorragende Leistungen von Politikern, Feldherrn, Dichtern (poeta laureatis = der gelorbeerte Dichter), Schauspielern (den Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze) wurden mit einem Lorbeerkranz ausgezeichnet - ein Brauch, der sich zum Teil bis heute erhalten hat, zumindest bei den Sportlern: sie bekommen vom Bundespräsidenten ein silbernes Lorbeerblatt.
Auch der akademische Grad "Baccalaureat" (franz.) sowie der "Bachelor" (engl.) sind vom lat. "Bacca lauri" abgeleitet.

Gebrauch: Aus den Früchten wird ein Öl gewonnen, das in der Likörindustrie und für Salben verwendet wird. Gemahlen wird Lorbeersamen Gewürzmischungen beigefügt. Gemahlene Lorbeerblätter sollte man nicht kaufen, weil das Aroma leicht verfliegt dagegen sind die im Handel erhältlichen Lorbeerblätter sachgemäß behandelt und preiswert. Der Geschmack ist leicht bitter, herb-würzig.

In der Küche: Lorbeer muss außerordentlich sparsam verwendet werden, oft genügt ein halbes oder ein viertel Blatt. Lorbeerblätter werden zu Fleisch-, Fisch- und besonders zu Wildgerichten, zu Soßen, Marinaden und Beizen sowie zu Essigfrüchten und Pasteten verwendet.
Bei Salzkartoffeln oder Gemüsen mitgekocht ergibt sich eine interessante Geschmacksveränderung. Lorbeerblätter werden mitgekocht und vor dem Servieren herausgenommen.
Die Beduinen würzen ihren Kaffe mit Lorbeer.

Glaube: Der Lorbeer wird in der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift einmal erwähnt. Allerdings ist die Meinung darüber, ob es sich dabei tatsächlich um Laurus nobilis handelt, umstritten. Aber es ist unwahrscheinlich, dass die Schreiber der Bibel diesen Baum – oft gepriesen und gerühmt wegen seines Wohlgeruchs, seines Ölgehalts und seiner Beeren und viel verwendet als Gewürz und Heilmittel - übersehen haben sollten. Die Übersetzung des hebräischen oren mit „Lorbeer“ (die Zürcher Bibel übersetzt es mit „Esche“, Luther mit „Fichte“, im Neuhebräischen bedeutet es „Pinie“) erfährt sprachwissenschaftlich eine starke Stütze.
Jesaja 44,14 Lorbeerblätter waren eines der wichtigsten der in Delphi benutzten Räuchermittel. Der Rauch der Lorbeerblätter wurde inhaliert, um die wahren Ursachen von Krankheiten zu erkennen. Diese Divinationsmethode wurde Daphnomantie genannt. Um prophetische Voraussagen machen zu können, wurde Lorbeer mit anderen Kräutern gemischt und verräuchert. Dabei wurde der Rauch der Lorbeerblätter inhaliert, bis das Medium in Trance verfiel.

 

Eingetragen am 16.11.2014Aktualisiert am 01.12.2014 15:05:36