Säuerling

Oxyria digyna

Habitus: Der Stengel ist unverzweigt, blattlos oder nur mit 1 oder 2 tiefsitzenden Blättern. Die Größe variiert von 5 bis 20 cm.

Blätter: Die Grundblätter sind nierenförmig, meist doppelt so breit wie lang (größter Durchmesser etwa 4 cm). Die Nerven sind speichenartig, d. h. radial verlaufend und verzweigt. Der Blattrand ist glatt oder leicht wellig, der Blattstiel auffällig lang (oft 10-15 cm, selten noch länger).

Blüten: Der Blütenstand ist eine endständige Rispe. Die Blüten stehen in armblütigen Knäueln, die nie der Achsel eines Tragblattes entspringen und die an den Rispenästen sehr locker angeordnet sind. Die Blüten sid zwittrig. Es gibt nur 4 grüne Blütenblätter, die paarweise zusammenliegen. Am Fruchtknoten befinden sich 2 Griffel. Die Frucht ist geflügelt und rot.

Blütezeit: Juli bis August.

Standort

Braucht lockeren, kalkarmen, Gesteinsschuttboden mit Ton- oder Lehmbeimischung. Besiedelt Lawinenrunsen, schuttige Schneetälchen und Moränen. Bevorzugt Höhenlagen zwischen etwa 1800 und 2800 m.

Allgemeine Verbreitung

In Skandinavien, Nordfinnland, der Arktis und Europa.

Der Säuerling gehört zu den Pionierpflanzen auf frischen Moränen. Er kann sie schon im ersten oder zweiten Jahr nach dem Rückzug des Eises besiedeln. Man findet den Säuerling auf solchen Moränen meist an den Stellen mit relativ feinkörnigem Material. Auf gröberem Schutt ist er seltener. Der Säuerling ist an derartigen Standorten u. a. deswegen konkurrenzfähig, weil er noch bei ziemlich tiefen Temperaturen Nettogewinn aus der Photosynthese zieht.

Küche: Dies ist eine Art, die in den arktischen Regionen roh als Gemüse oder Salat, oder aber als Püree gekocht gegessen wird. Einige nördliche Indianervölker und sibirische Eskimos vergären es ähnlich wie wir das Sauerkraut, um es für den Winter aufzubewaren. Oxyria digyna wird auch in Steingärten als Zierpflanze verwendet.

Eingetragen am 28.02.2016Aktualisiert am 18.05.2016 15:02:21