Spargelbohne, rote

Tetragonolobus purpüreus

Habitus: Der Stengel ist meist 10 bis 40 cm lang, niederliegend, aufsteigend oder aufrecht, dicht mit abstehenden Haaren bekleidet

Blätter: Die Laubblätter sind sehr kurz gestielt, die Blättchen breit verkehrt eiförmig bis rhombisch, mit deutlichen Seitennerven.

Blüten: Die Blütenstände 2- oder 1-blütig, ihr Stiel so lang, kürzer oder wenig länger wie das tragende Laubblatt. Am Grund der 2 bis 2,5 cm langen Blüten ein 3-zähliges, meist ziemlich großes, sitzendes Laubblatt. Die Kelchzähne sind lanzettlich, etwas länger als die glockige Kelchröhre. Die Krone ist meist lebhaft scharlachrot. Die Hülsen sind 3 bis 9 cm lang und mit den 4 Flügeln bis 8 mm breit, kahl, zuletzt schwärzlich. Die Flügel sind wellig, 2 bis 3 mm breit. Die Samen sind gross, eiförmig und rötlichbraun

Blütezeit: März bis Mai.

Standort

Wachsen auf fast allen Böden, die nicht naßkalt oder extrem schwer sind.

Allgemeine Verbreitung

Verbreitet im Mittelmeergebiet von der Iberischen Halbinsel und Nordafrika bis Griechenland, Cypern und Transkaukasien wirklich einheimisch vielleicht nur im südwestlichen Mittelmeergebiet. In Südeuropa und auch in England der essbaren Hülsen wegen häufig kultiviert, in Mitteleuropa nur vereinzelt in Gärten, selten auch auf Feldern.

Die Pflanze wurde weder im klassischen Altertum, noch in den alten Kräuterbüchern beschrieben. Auch liegen keine archäologischen Funde vor. Erstmalig beschreiben sie CLUSIUS 1583 als Lotus siliquosus rubello flore und CAMERARIUS 1586 als Lotus pulcherrime tetragonolobus. Zu einem feldmäßigen Anbau ist es in Mitteleuropa nicht gekommen. Lediglich zur Gartenkultur wegen ihrer wohlschmeckenden grünen Hülsen, die als Gemüse zubereitet werden. Die Hülsen werden "wegen ihres Geschmacks gelobt, doch die Pflanzen werde mehr als Kuriosität, denn als wirtschaftliches Gemüse gezogen". Neben der Nutzung der Hülsen als feines Gemüse kommt nach FRUWIRTH ein Anbau zur Grünfuttergewinnung in Frage. Es wird über Versuche berichtet, die zufriedenstellend ausgefallen seien. Andere Autoren bezeichnen die Spargelerbse als zu wenig leistungsfähig für eine landwirtschaftliche Kulturpflanze. Unbestritten ist ein Anbau als Bodendecker im Zierpflanzengarten. Hier kommen die purpurroten bis braunroten Blüten und die bizarren Hülsen voll zur Geltung. Auch können die rotbraunen Samen, die als Kaffee-Ersatz geröstet werden, an alle Tierarten, wie Pisum-Erbsen verfüttert werden. Ein Anbau zur Korngewinnung ist jedoch bei den niedrigen Erträgen heute nicht mehr zu empfehlen.

Eingetragen am 23.02.2016Aktualisiert am 18.05.2016 14:58:04