Seidenbaum

Albizia julibrissin

Habitus: Der laubwerfende Strauch oder Baum mit breit ausladender, flach gewölbter Krone kann eine Wuchshöhe von 6 bis 8 m und ein Alter von bis zu 30 Jahren erreichen. Die dunkelgraue Borke ist an den Zweigen mit gelblich braunen Haaren ausgestattet.

Blätter: Die zweifach gefiederten, wechselständigen Laubblätter sind lang gestielt und zwischen 20 und 30 cm lang. Sie bestehen aus 4 bis 15 Paaren ungestielter Fiedern erster Ordnung. Diese wiederum besitzen 10 bis 30 Paar Fiederblätter zweiter Ordnung, die 7 bis 15 cm lang werden. Sie sind unterseitig entlang der Mittelrippe behaart. Es gibt auch 7 - 8 mm lange Nebenblätter.

Blüten: Die kugeligen, köpfchenförmigen, 2,5 bis 3 cm großen Blütenstände stehen einzeln oder bis zu dritt auf einem 3,5 bis 7 cm langen Blütenstandsstengel. Die Blüten sind zwittrig. Die Kelchblätter sind zu einer kleinen, grünen Röhre verwachsen. Die Kronblätter sind ebenfalls verwachsen, zurückgebildet und außen behaart. Am auffälligsten an den Blüten sind die vielen zu Röhren verwachsenen, seidigen, cremeweißen bis dunkelrosafarbenen Staubblätter. Sie sind mit einer Länge von bis zu 3,2 cm wesentlich länger als Kelch und Krone. Aus den Blüten gehen 7,5 bis 12,5 cm lange Hülsenfrüchte hervor. Sie sind bis zur Reife behaart, enthalten 8 bis 12 dünne, braune Samen und sind zwischen 1,5 und 2,5 cm breit. 

Blütezeit: Mai bis August.

Standort

Benötigt gut durchlässiges, sandig-kiesiges und zugleich humoses Erdreich, vollsonnig bis halbschattig.

Allgemeine Verbreitung

Zierpflanze.

Geschichte: Schon zur Zeit der Tang-Dynastie (700 n. Chr.) wurde die Seidenakazie in der chinesischen Medizin erwähnt. 1749 wurde der Seidenbaum von Francesco degli Albizzi in Gartenanlagen das erste Mal angepflanzt. 

Drogen und Inhaltsstoffe: Medizinisch verwendet werden die Blüten ("He huan") und die Borke. Sie wird als "glücklich machende Rinde" bezeichnet. 

Eigenschaften und Wirkungen: Die Rinde schmeckt bitter, adstringierend, wirkt beruhigend, harntreibend und schmerzlindernd sowie anregend auf Kreislauf, Uterus und Appetit. Die Blüten wirken beruhigend und sorgen für Stuhlgang. 

Kultivierung: In einer Studie wurde gezeigt, dass 90% der Samen noch nach 5 Jahren Samenruhe keimten. Die Samen sollen über Nacht keimen, wenn sie in einem Topf mit Sand mit kochendem Wasser übergossen werden. Es ist jedoch anzuraten, Wasser mit einer Temperatur unter 60° C zu verwenden, um die Embryonen nicht zu töten.

Die Pflanze hat es gerne Warm und verträgt Hochsommerhitze mit voller Sonne bis Halbschatten. Sie ist frosthart und verträgt nährstoffarme, alkalische und salzige Böden. In Kultur sollte regelmäßig leicht gewässert werden. Alle ein bis zwei Wochen sollte einmal kräftig gewässert werden. Vermehren kann man den Seidenbaum über die Samen, Stecklinge (Sommer) und Wurzelstecklinge (Frühling). Wird die Pflanze nicht beschnitten, wächst sie buschig. Das Beschneiden sollte bei beginnender Blütezeit geschehen, damit die Pflanze ihre Energie nicht zur Samenproduktion sondern zur Regeneration nutzt. Wie alle Schmetterlingsblütler besitzt sie Knöllchenbakterien und ist durch die natürliche Eigendüngung sehr widerstandsfähig.

Eingetragen am 23.02.2016Aktualisiert am 18.05.2016 14:57:36