Schleierkraut

Gypsophila paniculata

Habitus: Die ganze Pflanze ist meist kahl, selten im unteren Teil der Stengel schwach und sehr kurz behaart. Der Stengel ist aufrecht, meist mehrfach verzweigt und 60-90 cm hoch.

Blätter: Die Blätter sind schmal-lanzettlich, 3-8 cm lang und 2-8 mm breit.

Blüten: Zahlreiche, sehr kleine Blüten stehen in einem reich verzweigten, rispenartigen Blütenstand. Die Blüten sind 3-5 mm im Durchmesser und meist weiß, seltener zartrosa. Die Blütenblätter sind vorn abgerundet und bei verblühenden Blüten zurückgeschlagen. Der Kelch ist 1-2 mm lang, wobei die Kelchzähne etwa ebenso lang wie der verwachsene Teil des Kelches sind.

Blütezeit: Juni bis September.

Standort

In Mitteleuropa als Zierpflanze nicht selten in Gärten und auf Friedhöfen gepflanzt. Örtlich ist es an Dämmen, auf Mauern, in aufgelassenen Sandgruben und in alten Steinbrüchen meist unbeständig verwildert.

Allgemeine Verbreitung

Hauptverbreitungsgebiet des Schleierkrautes ist Südosteuropa, Osteuropa, das westliche Sibirien und Zentralasien. Ursprüngliche Vorkommen sind wahrscheinlich nur die Standorte in Niederösterreich.

Verwendung: Die Droge, die aus Wildvorkommen oder Kulturen in Ägypten, den Balkanländern, China, Griechenland, Italien, Polen, Rußland, Spanien und der Türkei stammenden und möglichst rasch bei erhöhter Temperatur oder an der Sonne getrockneten Wurzeln mit kurzen Wurzelstücken hat je nach Stammpflanze und Herkunft unterschiedliche Gestalt.

Eine Reihe experimentell belegter Wirkungen (u. a. antibiotisch, cholesterolsenkend, spermicid) sind ohne klinische Relevanz, daneben auch sekretomotorisch.

Verwendung: infolge der sekretomotorischen Wirksamkeit bei Katarrhen der oberen Luftwege in der Volksheilkunde ebenso sowie äußerlich bei chronischen Hauterkrankungen.

Dosierung und Art der Anwendung: zerkleinerte Droge für Teeaufgüsse mit einer Tagesdosis von 30-150 mg Droge sowie galenische Zubereitungen mit einer Tagesdosis von 3-15 mg Saponin. Sonstige Nutzung: im Haushalt als mildes Waschmittel für Wolle, industriell ebenfalls als Waschmittel insb. in der Pelz- und Lederwarenindustrie.

Eingetragen am 22.02.2016Aktualisiert am 18.05.2016 14:52:25