Alpenanemone

Pulsatilla alpina

Habitus: Der Stengel ist aufrecht, einzeln, 10-50 cm hoch und behaart.

Blätter: Die Grundblätter sind dreiteilig gefiedert und die Fiedern meist gegenständig, die wiederum gefiedert sind. Der Hochblattquirl besteht aus drei Hochblättern die den Grundblättern ähnlich sind. Die Zipfel der Laubblätter sind gesägtgezähnt und mehr oder weniger behaart.

Blüten: Die Blüten sind einzeln, endständig und lang gestielt und  2,5-6cm im Durchmesser. Die meist 6 Blütenhüllblätter sind 15-30 mm gross. Die Blütenfarbe ist weiss oder gelb, aber auch mehrfarbig.

Frucht: Die zahlreichen Nussfrüchte sind länglich, behaart und durch den bis 5 cm sich verlängernden abstehenden Griffel, geschwänzt.

Blütezeit: Mai bis September.

Standort

Auf Matten und Triften der Gebirge, zwischen Krummholz, auf Rasen und Matten. Braucht kalkhaltigen, ungedüngten, aber nährstoffreichen und humosen, etwas lockeren steinigen Lehm- oder Tonboden. In Höhenlagen zwischen 1200 – 3000 m.

Allgemeine Verbreitung

Gebirge Mittel- und Südeuropas Pyrenäen, Cevennen, Auvergne, Alpen, Apennin, Korsika, Kaparten, Kaukasus Rocky Mountains.

Brauchtum: Die  Alpenanemone (Anemone alpina, im Volksmund auch ‚Teufelsbart‘ genannt) ist: ein Todesbild. Hier herrscht einerseits die Leichtigkeit behaarter Grannen, die jeden Augenblick wie ein Schmetterling – das klassische Totentier, das sich seit der Antike, in die Grabsteine eingemeißelt, auf den Friedhöfen tummelt! – davonfliegen könnten (Anemone von griechisch ‚ánemos‘: Wind) anderseits konzentriert sich alle Kraft der Farbe in den Samenkörnern. Sind es doch die Samen, die das Leben der Pflanzengattung weitertragen werden. Die Symbolik des Lebens und des Todes sind hier nahtlos ineinander verschlungen. In Volksmedizin und Homöopathie werden Anemonen wegen ihrer Krankheitserreger tötenden Wirkung verwendet.

Vermehrung: In den Blüten sind üblicherweise die Narben empfangsfähig, ehe die Pollen von den Staubbeuteln abgegeben werden. Wie sollen dann die ersten Blüten bestäubt werden? Erstaunlicherweise findet man unter den ersten Blüten häufig solche, in denen Staubblätter über-, Fruchtknoten hingegen deutlich unterrepräsentiert sind. Solche Blüten stäuben, wenn die Normalblüten sich in größerer Zahl öffnen. Damit ist deren Bestäubung durch stockfremden Pollen gesichert.

Eingetragen am 22.02.2016Aktualisiert am 18.05.2016 14:44:10