Seerose, weiße

Nymphaea alba

Habitus: Die Pflanze wird bis 300 cm breit und breitet sich auf der Gewässeroberfläche aus, es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze.

Blätter: Die Blätter sind rund mit einem Durchmesser bis zu 30 cm, unten oft rötlich, die Seitennerven in Randnähe sind miteinander verbunden, mit einem weiten Spalt. Die Spaltöffnungen befinden sich auf Blattoberseite und haben eine wasserabweisende Wachsschicht. Das Aërenchym in den Blattstielen sorgt für Schwimmfähigkeit und Sauerstoffleitung zum rhizomähnlichen Wurzelstock.

Blüten: Die Blüten sind weiß, bis ca.15 cm im Durchmesser, haben 4 Kelchblätter, die außen grün sind und die Blütenbasis ist abgerundet. Die Kronblätter sind fleischig und mindestens genauso lang wie die Kelchblätter. Sie hat viele Staubblätter und die Filamente der innersten Staubblätter sind max. so breit wie die Staubbeutel. Die Narbe hat 11 bis 22 Narbenstrahlen. Die Frucht ist eine schwammige, eiförmige Kapsel, ca. 5 cm, die unter Wasser reift, die Samen sind schwimmfähig durch einen Luftsack.

Blütezeit: Juni bis September

Standort

Kommt in stehenden, höchstens langsam fließenden Gewässern mit schlammigem Grund vor.

Selten, dann aber in größeren Beständen. Es handelt sich um eine geschützte Art.

Allgemeine Verbreitung

In Europa, Asien Mitteleuropa zerstreut.

Heilwirkung (Geschichte): Die regelmäßige Einreibung der Genitalien mit der Wurzel der Seerose machen den Mann zu einem Eunuchen - so heißt es jedenfalls sinngemäß bei Plinius. Dioskurides schreibt: „Die Wurzel ist auch gut getrunken wider die unkeuschen Träume, denn sie schafft sie gänzlich ab“. Mönche und Nonnen aßen einst die Samen, um ihre Begierden zu unterdrücken. Das Kloster Ternsee führte die Weiße Seerose im Wappen. Ihre antiaphrodisische Wirkung spiegelt sich auch in der französischen Redewendung „il a bu de l`eau de volet“- „er hat vom Wasser der Seerose getrunken“. Mit Wein getrunken hilft sie bei Magenschmerz, Dysenterie und verkleinert die Milz. Ferner wird die Wurzel als Umschlag bei Magen- und Blasenleiden angewandt, mit Wasser bringt sie weisse Flecken zum Verschwinden, die Fuchskrankheit heilt sie mit Pech aufgelegt. Tabernaemontanus empfiehlt die Seerosen bei Leberleiden, Herzentzündungen, Ruhr, Fieber, als Mittel Blut zu stillen und auch bei Haarausfall.

Gartenpflanze: Die Pflanzen werden auf Grund ihrer runden, am Blattgrund tiefgekerbten Schwimrnblätter und der attraktiven, großen Blüten gezogen, die in den Farbtönen Weiß, Cremefarben, Leuchtendgelb, Orange, Rosa, Tiefrot, Blau und Purpur erscheinen können. Es gibt nachtblühende und wohlriechende, sowohl frostharte als auch tropische Sorten. Die beerenartigen Früchte reifen unter Wasser.

Wasserrose
Im waldgeschützten Grunde ein stiller Weiher ruht,
Von Abendsonnenstrahlen glimmt rosigroth die Fluth,
Viel‘ breite glänzende Blätter, die schwimmen auf dem Teich
Und träumend schließt die Krone, die Wasserrose bleich.
(Franz von Gaudy)

Eingetragen am 16.11.2014Aktualisiert am 10.01.2015 22:11:48