Hornmohn, gelber

Glaucium flavum

Habitus: Der Stängel ist aufrecht, verzweigt und im unteren Teil zerstreut behaart, sonst kahl. Die Pflanze hat orangegelbern Milchsaft.

Blätter: Es gibt nur Stängelblätter, diese sind dicklich, warzig, die untersten gestielt und bis über 20 cm lang, die oberen sind sitzend, die unteren fiederteilig mit unregelmäßig gezähnten Lappen, die oberen fast herzförmig und grob buchtig gezähnt-gelappt. Blätter und Stängel sind blaugrün bereift.

Blüten: Am Ende des Stängels und seiner Äste steht jeweils nur eine einzelne Blüte. Die Blüten sind 6-7 cm im Durchmesser (ausgebreitet gemessen) und gelb. Die 4 Blütenblätter sind rundlich-eiförmig, am Grunde mit einem dunkleren Fleck. Die 2 Kelchblätter sind lang behaart und oft früh abfallend.

Frucht: Die Frucht (Schote) ist an der Spitze hakig gekrümmt

Blütezeit: Juni bis August.

Standort

Braucht nährstoffreichen, besonders stickstoffsalzhaltigen, sandigen Boden, der auch etwas Kochsalz enthalten kann.

Allgemeine Verbreitung

Mittelmeergebiet und Küsten Westeuropas. Wird gelegentlich verschleppt und kann sich dann - meist unbeständig - vor allem auf sandigen Ödlandstellen in wintermilden Lagen halten. Früher wuchs der Gelbe Hornmohn auch in Spülsaumgesellschaften auf der Insel Helgoland.

Geschichte: Mekon Keratitis - Einige nennen ihn Paralion, Andere wilden Mohn, Seemohn [die Römer Pabulum marinum, die Afrikaner Sisimaka] hat weisse, dicht behaarte, denen der Königskerze ähnliche, am Rande gesägte Blätter, wie die des wilden Mohns und einen ähnlichen Stengel. Die Blüthe ist blassgelb, die Frucht lang, gekrümmt wie ein Horn, ähnlich der des Bockshorns, daher auch sein Zuname. Der Same ist klein, schwarz, dem Mohnsamen ähnlich. Die Wurzel kommt aus der Oberfläche des Bodens hervor, ist schwarz und dick. Er wächst am Meere und in rauhen Gegenden. Die Wurzel, in Wasser bis auf die Hälfte eingekocht und getrunken, hat die Kraft, Ischias und Leberleiden zu heilen, ferner denen zu helfen, welche dicken und Spinnengewebe ähnlichen Urin lassen. Der Same aber, ein Essignäpfchen voll mit Honigmeth getrunken, reinigt mässig den Bauch. Die Blätter und Blüthen mit Oel als Kataplasma reissen Schorf ringsum auf als Salbe vertreiben sie beim Vieh weiße Flecken und Nebel auf den Augen. Einige haben sich durch die Ähnlichkeit der Blätter zu dem Glauben verleiten lassen, dass von dieser Pflanze das Glaukion stamme.

 

Eingetragen am 17.02.2016Aktualisiert am 21.02.2016 9:21:53