Rittersporn, hoher

Consolida elatum

Habitus: Die bis zu 150 cm hohe Pflanze ist meist nicht verzweigt. Die Stengel sind aufrecht und kahl oder in der unteren Hälfte mäßig dicht behaart.

Blätter: Die Stengelblätter sind wechselständig, untere lang gestielt, im Umriss vieleckig, tief, aber nie bis zum Grunde handförmig geteilt. Die Abschnitte sind grob und ungleichmäßig und entfernt einfach oder doppelt gezähnt.

Blüten: Zahlreiche Blüten stehen in einer großen, mäßig dichten Traube oder Rispe des Stengels. Die Blüten sind 2seitig-symmetrisch, stahlblauviolett, ohne Sporn, 1,8-3,5 cm im Durchmesser (ausgebreitet gemessen). Der Sporn ist so lang wie oder länger als das zugehörige „Blütenblatt", an seiner Spitze abwärts gebogen.

Blütezeit: Juni bis Juli.

Standort

Wächst an Wegrändern und Äckern ebenfalls selten in lichten Wäldern der Alpen.
Sehr beliebt sind die verschiedenen Gartenformen. Braucht kalkreichen, kleinsteinigen, durchsickerten Untergrund in Lagen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Besiedelt Hochstaudenfluren, geht auch ins Grünerlengebüsch bevorzugt in Höhen zwischen 1200-2000 m.

Allgemeine Verbreitung

Die Heimat der Pflanzen sind die Alpen, Pyrenäen, Russland und Sibirien.

Geschichtliches: Dioscurides beschreibt eine Ritterspornart als Gegengift sowie als Mittel zur Empfängnisverhütung und über eine andere Art lesen wir, daß sie in der Lage sei Skorpione zu lähmen, wenn man ihnen das Kraut vorhält oder es auf sie drauf legt.

Im Mittelalter galt die Pflanze als Wundheilmittel und als Heilkraut bei Augenleiden. Hieronymus Bock empfiehlt die Pflanze ferner gegen Harnsteine und auch als Gegengift bei Schlangenbissen.

Auch bei Tabernaemontanus ist vermerkt: "Alle rechtgeschaffene Wundärzte brauchen auch die Rittersporen zu ihren Wundtränken ... Ein guter Tranck für die großen Wurm im Leibe / die sonst mit keiner Arzney können oder mögen ausgetrieben werden ... Der Safft von Rittersporen in die Geschwär der Augenwinckel gethan / reiniget und heilet dieselben."

Name: Ihren deutschen Namen erhielt der Rittersporn seines langen Blütensporns wegen.
Weitere Bezeichnungen waren Hornkümmel, Lerchenklau, Adebarsnibben und Kreienfot. Der Gattungsname, bzw. der Artname Consolida kommen vom lateinischen consolidus für fest. Delphinium stammt aus dem griechischen und soll auf die Ähnlchikeit der Ritterspornblüte mit dem Delphin hinweisen. Die Artnamen regalis und elatum sind lateinischen Ursprungs. Regalis heißt königlich und elatum bedeutet hoch.

Giftstoffe: Rittersporn enthält giftige Alkaloide, die in ihrer Form denen des Eisenhutes ähneln, aber eine schwächere Wirkung zeigen. Besonders Kinder sind gefährdet, die Samen oder Blätter unserer Gartenformen zu sich nehmen. Die Vergiftungserscheinungen sind Magenreizungen mit Durchfall, Bewegungsstörungen und nervöse Symptome. Die Giftstoffe greifen auch die Herzmuskulatur an und erzeugen Hautreizungen.

Eingetragen am 17.02.2016Aktualisiert am 21.02.2016 9:22:17