Taglilie, gelbe

Hemerocallis flava

Habitus: Die Pflanze ist ausdauernd und bis 1 m hoch. Der Stengel ist länger als die Laubblätter und besitzt dickfleischige, sternförmig auseinander laufende Wurzeln, oft auch als stark verdickte Wurzelknollen, flach unter der Erdoberfläche.

Blätter: Die Blätter entwickeln sich direkt über dem Boden, sind parallelnervig, linealisch und entlang der Mittelrippe gefaltet, grasgrün und 40 bis 60 cm lang und bis 1,5 cm breit.

Blüten: Die zwittrige Blüte ist 3-zählig mit 6 Staubblättern und einem längeren oberständigen Fruchtknoten. Die 3 äußeren Blütenblätter sind oft leicht schmäler als die 3 inneren und unterschiedlich lang miteinander zu einer Röhre verwachsen.

Blütezeit: Mai bis Juni.

Standort

Gedeiht auf feuchten Böden, die schwach sauer und weder besonders mager noch nährstoffreich sind. Sie wächst im Halbschatten.

Allgemeine Verbreitung

Wild tritt diese Art vielleicht im Süden in Krain, Unter-Steiermark (Steinbrück) und in Südtirol (Val Vestino) auf. Ausserdem kommt sie stellenweise (auch nördlich der Alpen) aus vor und hat sich mehrfach vollständig eingebürgert (reichlich fruchtend z. B. in den Lechauen unterhalb Augsburg). In Mittel- und Norddeutschland kommt sie kaum noch vor.

Geschichte: Taglilien hatten schon im alten China einen festen Platz in der Medizin und waren als Gemüse geschätzt. In einem Gedicht aus der Zeit um 500 v. Chr. ist von der Taglilie zu lesen und die ersten Abbildungen stammen von 1059 n. Chr. In einem 1688 in China erschienenen „Blumenspiegel“ werden 3 Formen der Taglilie vorgestellt, eine gelbe, eine rötlich überhauchte und eine solche gefüllte. In Europa tauchen Taglilien erst 1576 in Schrift und Bild auf: Hemerocallis flava (syn. H. lilioasphodelus) und H. fulva. Weitere folgen, bis um1900 die systematische Züchtung in England, Italien und vor allem in den USA begann. 1946 wurde die AHS (American Hemerocallis Society) gegründet, die weltweit für die Registrierung der Hemerocallis-Neuzüchtungen zuständig ist. So kommen zu den etwa 52000 verschiedenen Sorten jährlich 2000 neue Registrierungen dazu.

Die Taglilie blüht grundsätzlich für die Dauer von nur einen Tag, daher ihr Name - die meisten vom Morgen bis zum Abend (ca. 8 bis 22-24 Uhr), andere sind Nachtblüher (ca. 22 Uhr bis zum nächsten Abend).

Eingetragen am 16.02.2016Aktualisiert am 21.02.2016 9:25:59