Frauenschuh

Cypripedium calceolus

Habitus: Die Pflanze ist 15-60 (70) cm hoch. Die aufrechten, beblätterten Stengel der mehrjährigen Pflanze tragen 1-2 (sehr selten 3) Blüten.

Wurzel: Der tiefbraune knotige Wurzelstock liegt horizontal und ist mit den Resten der abgestorbenen Stengel und Blattscheiden besetzt, oft vegetativ Horste bildend.

Blätter: Die Blätter sind zu 2-4, elliptisch-eiförmig, kräftig geadert, 6-18 cm lang, stengelumfassend und hellgrün. Die Blätter sind durch Längsfalten versteift, die das Wasser zum Stengel hin ableiten.

Blüten: Der Blütenstand ist meist ein, seltener zwei- bis dreiblütig. Alle Perigonblätter sind purpurbraun, die zwei seitlichen Sepalen verwachsen und abwärts gerichtet, die dritte dachförmig über der Blüte. Die Petalen sind spiralig, bis 5 cm lang, oft abwärts abstehend. Die Lippe ist sehr groß, pantoffelförmig aufgeblasen, 3-4 cm lang. Kein Sporn. Die Säule hat 2 fertilen und 1 sterilen Staubblatt (Staminodium).

Blütezeit: Mai bis Juli

Standort

auf trockenen bis (wechsel-)frischen, lockeren, basenreichen, neutral bis mäßig sauren, etwas modrig-humosen Lehm- oder Tonböden über Kalk und Dolomit. Bevorzugt halbschattige, im Sommer zu mäßiger Trockenheit neigende Standorte gras- und krautreicher, lichter Laubmischwälder lichter Nadelwälder.

Allgemeine Verbreitung

Nord-, Mittel- und Osteuropa. Westgrenze des Areals verläuft durch Ostfrankreich etwa vom Rhonedelta gegen Südbelgien, vorgelagert gibt es isolierte Vorkommen in den Pyrenäen.

Name: In Cypripedium stecken griechische Wörter. Die Wörter sind Kypris, ein Beiname der Aphrodite, die ja auch die Kyprische hieß, und pedilon (=Schuh).

Wissenswertes: Die Ernährung erfolgt zuerst jahrelang über den Wurzelpilz. Das erste grüne Blatt wird im 4. Jahr angelegt, die Blühreife erfolgt erst vom 14. - 17. Jahr an. Die Blätter sind durch Längsfalten versteift, die das Wasser zum Stängel hin ableiten.

Vermehrung: Die Blüte mit der Form eines Frauenschuhs. » Kesselfallenblume «:Insekten, besonders Bienen, dringen durch das Loch an der Labellumbasis in den Kessel ein oder fallen in den Kessel, dessen glatte und glänzende Wände (mit Ölüberzug) einen Ausstieg verhindern. Bietet den unfreiwilligen Gästen eiweiß- und zuckerhaltige Futterhaare, die sie abweiden. Der einzige Weg aus der Falle führt über den Geschlechtsapparat (Gynostenium) hinweg zu einer fensterartig durchsichtigen Wand, die eine Öffnung vortäuscht. Auf diese Weise wird zuerst die Narbe und dann zumindest eine der beiden klebrigen Pollenmassen berührt. Zuweilen lauern Raubspinnen (z.B. Krabbenspinnen) in den Kesseln und machen diese dann zur tödlichen Falle.

Eingetragen am 15.02.2016Aktualisiert am 21.02.2016 9:28:51