Lilie, Feuer-Lilie

Lilium bulbiferum

Habitus: Die Zwiebel ist rund und die lanzettförmigen Schuppen sind weiß bis blassrosa. Die Pflanze bildet ab dem Frühjahr einen mit lanzettförmigen Blättern besetzten, bis zu 120 cm groß werdenden Stengel,

Blätter: Die Blätter sind schmal linealisch, bis 10 cm lang.

Blüten: Die Blüten sind sehr groß, 5 - 10 cm breit, aufrecht, trichterförmig, flammend rot bis orangerot, mit braunen Flecken. Sie stehen einzeln oder in einer wenigblütigen Flachdolde.

Blütezeit: Mai bis Juli.

Standort

Gedeiht auf Bergwiesen, Schuttfluren, Felsen und Gebüschrändern von der Ebene bis in etwa 2400 Meter Höhe , bevorzugt Kalkböden in warmen und sonnigen Lagen, wächst jedoch auch auf schwach sauren Böden.

Allgemeine Verbreitung

Die Feuer-Lilie ist die in Europa am weitesten verbreitete Wildlilie. Die Pflanze ist vor allem in den Gebirgen von Süd- und seltener Mitteleuropa von den Pyrenäen über Korsika und den Apennin zum nördlichen Balkan verbreitet. In den Nördlichen Randalpen selten, in den Südlichen Randalpen zerstreut. Stellenweise wie in den Dolomiten ist sie häufig anzutreffen.

Wissenswert: Unter den sonst häufig stark duftenden Arten der Gattung Lilium bildet die Feuer-Lilie eine seltene Ausnahme, da sie gänzlich duftlos ist. Die Pflanze wird von Tagfaltern besucht, die sich auf eines der Blütenhüllblätter setzen. Ist die Blüte schräg-aufrecht angeordnet, setzt sich das Insekt auf das jeweils untere Blütenhüllblatt. An der Basis eines Tepals verläuft eine Nektarrinne, in die der Besucher den Rüssel einführt und so zum Nektar gelangt. Das Epipheton der Pflanzeart bulbiferum verweist auf die Fähigkeit der Pflanze, Achselbulben zur Vermehrung auszubilden, vergleichbar mit der Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera), die ebenfalls Achselbulben ausbildet.

Name: Viele volkstümliche Namen wie Gelnäse, Nosgel, Nasenfärber u. a. beruhen auf einem Kinderspiel, bei dem man einem Freund auffordert, an den Blüten zu riechen, wobei sich der Überlistete von dem anhängenden Blütenstaub eine gelbe Nasenspitze einhandelt. Andere Namen wie Feuerlilie, Donnerblume (Tirol) oder Donnerrose (Kärnten) zeugen von der Furcht, dass die Pflanze, ins Haus geholt, Blitz und Feuer anziehe.

Eingetragen am 10.02.2016Aktualisiert am 14.02.2016 12:03:42