Tulpe, Gartentulpe

Tulipa gesneriana

Habitus: Je nach Zuchtform bis etwa 80 cm hoch werdendes Zwiebelgewächs. Die Pflanze bildet keine Ausläufer.

Blätter: Die Laubblätter sind blaugrün und meist nicht wellig. Die Stengelblätter sind oft schmaler als die Blätter vegetativer Pflanzen, die eine Breite von mehr als 1,5 bis 2 Zentimeter haben.

Blüten: Die Blüten stehen einzeln auf den Stengeln. Sie sind am Grund breit napfig. Die Hüllblätter sind verschieden gefärbt, von rot über violett, schwarzviolett und gelb bis weiß. Des Weiteren sind die Blütenhüllblätter abgerundet, ausgerandet, stumpf oder spitz und 4 bis 8,2 Zentimeter lang. Die Staubblätter sind purpur oder gelb.

Blütezeit: April bis Mai.

Standort

Tulpen sind eine unserer beliebtesten Gartenpflanzen. Mitunter findet man sie in Weinbergen und Laubwäldern Süddeutschlands und Südeuropas. In den Alpen wächst sie bis zu einer Höhe von 2000 m.

Allgemeine Verbreitung

Gartenpflanze, selten aus Gärten verwildert.

Name: Die Bezeichnung Tulpe und im Gattungsname Tulipa, soll dem persischen Wort Dulbend für Turban entstammen, da sie im Mittelalter von den Türken mit einem Turban verglichen wurde. Der Artname gesneriana faßt verschiedene Tulpenformen zusammen und ist in Erinnerung an Konrad Gessner (1516 - 1565) gegeben worden. Gessner, Vater der deutschen Botanik, hat verschiedene Tulpenarten als erster beschrieben und gezeichnet.

Geschichtliches: Die in Persien wild wachsende Tulpe war schon in alter Zeit Zeichen der Liebeserklärungen. Sie wurde von vielen Dichter beschrieben und von Malern abgebildet. Schon in den Erzählungen von " Tausendundeinernacht ", etwa 1255 n. Chr., kommen Tulpen vor. Sie waren im Mittelalter in der Türkei sehr beliebt und sind in vielen alten türkischen Werken erwähnt. Sultan Selim II soll 1574 allein 50.000 Tulpenzwiebeln bestellt haben und im 16. Jahrhundert gab es bereits über 1300 verschiedene Formen. In Europa wurde die Tulpe durch den belgischen Diplomaten Busbeck bekannt, der 1544 Samen der Pflanze nach Wien schickte. Sie verbreitet sich von dort aus nach England und Holland. In den Jahren 1643 - 1637 gab es in Holland eine richtige Tulpenmanie. Alle, die Geld hatten, wollten auch Tulpen besitzen und es wurden horrende Summen bezahlt, allein für die Sorte "Semper Augustus" 13000 Gulden, für "Admiral Enkhuizen" 6000 Gulden und für "Vizekönig" über 4000 Gulden. Auch Spekulationen und Betrügerein um die Tulpenzwiebeln waren plötzlich an der Tagesordnung, bis per Gesetz dem Treiben ein Ende gemacht wurde. Holland steht heute in der Zucht der Tulpenzwiebeln an erster Stelle. 1945 schickten die Holländer, aus Dankbarkeit für ihre Befreiung, 1 Million Tulpenzwiebeln nach England.

Eingetragen am 10.02.2016Aktualisiert am 14.02.2016 12:06:32