Feigenkaktus

Opuntia ficus-indica

Habitus: Es handelt sich um eine niederliegende strauchartige Sukkulente. Ihre 3-5 cm langen Stengelglieder sind verkehrt eiförmig und kettenartig aneinandergereiht.

Blätter: Die kleinen 4-5 mm großen rötlichen Laubblätter fallen frühzeitig ab. Selbst die Stacheln fehlen häufig.

Blüten: Es entwickeln sich die Fruchtknoten der kurzlebigen gelben Blüten zu eßbaren, keulenförmigen Früchten, den Roßfeigen, die bis zum Frühjahr an den Stengelgliedern haften bleiben.

Blütezeit: Januar bis Dezember.

Standort

An heißen, felsigen Abhängen, als Humus und Stickstoffbildner von ziemlicher Bedeutung.

Allgemeine Verbreitung

Werden in nahezu allen Ländern rund um das Mittelmeer angebaut.

Verwendung: Aus ihrer Heimat, den Trockengebieten Amerikas, gelangte die Kaktusfeige im 16. Ih. durch die spanischen Seefahrer in den Mittelmeerratlm. Sie gedeiht im gesamten tropischen wie subtropischen Klima. Weitgrößter Produzent dieser Frucht ist Mexiko.

Die Früchte werden zu Sirup, Gelees und Marmeladen (melcocha), Trockenfrüchten (pasadas), einer honigähnlichen Zubereitung (miel de tuna), Fruchtpasteten oder Käse (queso de tuna), Wein und Branntwein und junge Kaktusblätter zu Gemüse verarbeitet.

Die auf dem Feigenkaktus lebende amerikanische Cochenille-Laus ist Lieferant eines roten Farbstoffes, dem Cochenille, der noch aus zwei weiteren Schildiausarten gewonnen werden kann. Nach der Unterwerfung der Azteken in Mexiko ab dem Jahre 1532 wurde die Schildiaus samt Feigenkaktus nach Spanien exportiert und ab 1824 auf den Kanarischen Inseln angesiedelt. Neben Gold und Silber wurde Cochenille für Spanien das wichtigste Handelsprodukt. Der aus der verwandten Kermeslaus gewonnene Farbstoff war bereits bei den Ägyptern, Griechen und Römern unter dem Namen Scharlachrot zum Färben von Wolle, Leder und Seide bekannt. Cochenilie wird heute zum Teil als Farbstoff für Lebensmittel und Arzneimittel benutzt, auch in der Kosmetik (Lippenstifte) und Mikroskopie findet Cochenille zum Anfärben Verwendung.

Bei Opuntien ist äußerste Vorsicht beim Berühren geboten! Die Pflanzen besitzen zahlreiche sogenannte Glochiden, kleine, mit Widerhaken versehene und leicht ablösbare Kurzdornen, die um die gut sichtbaren Mitteldornen herum angeordnet sind. Mit einer einzigen Berührung der Pflanze können sich Dutzende dieser Dornen an unsere Haut heften und schmerzen, sobald die Glochiden durch Berührung mit anderen Körperregionen "verschleppt" werden und versehentlich tiefer in die Haut gedrückt werden. Papier oder eine geeignete Zange sind der beste Schutz, da Handschuhe durch die Glochiden derart"besiedelt" werden, dass man sie nur noch wegwerfen kann.

Medizinisch wird der Feigenkaktus seit über 8000 Jahren von den mexikanischen Indianern zur Behandlung von Fieber, Magen-Darm- und Leberbeschwerden eingesetzt. Die moderne medizinische Literatur berichtet von günstigen Wirkungen der Blüten des Feigenkaktus bei Blasenschwäche und Prostatabeschwerden. Der Erfolg in einer israelischen Langzeituntersuchung bei Patienten mit vergrößerter Prostata ist vermutlich auf den Gehalt einer bereits als wirksam bekannten Substanz (ß-Sitosterin) zurückzuführen. Die Blattsprossen sollen eine Wirkung bei Diabetes zeigen.

Arzneimittel aus Opuntien gibt es bisher noch nicht. In einigen Ländern sind Nahrungsergänzungsmittel mit Blütenextrakten erhältlich.

Kaktusfeigengelee:

750 g geschälte Kaktusfeigen, 500 mi Wasser, 500 g Zucker, 60 mi Zitronensaft, 90 mi flüssiges Pektin

Zerkleinerte Kaktusfeigen und Wasser in einem schweren Topf bei hoher Temperatur zum Kochen bringen, die Hitze reduzieren und die Früchte 15 Minuten köchein lassen, dann zu einem glatten Püree verarbeiten (Mixer, Küchenmaschine). Durch ein Sieb zurück in den Topf passieren, Zucker zugeben und aufkochen lassen. Abschmecken und eventuell etwas Zitronensaft unterrühren. Das flüssige Pektin unterrühren, aufkochen und unter Rühren etwa 1 Minute kochen lassen. In warme, sterilisierte Gläser füllen und abkühlen lassen. Das Kaktusfeigengelee lässt sich bis zu einem Monat im Kühlschrank aufbewahren.

Eingetragen am 08.02.2016Aktualisiert am 14.02.2016 12:07:36