Einbeere

Paris quadrifolia

Habitus: Die Pflanzen sind mehrjährig und werden etwa 10-40 cm hoch. Aus der verzweigten Grundachse wachsen in Schuppenachseln die oberirdischen Stengel. Die Grundachse wächst in jedem Jahr um ein Glied nach, so dass man an der Gliederzahl das Alter der Pflanze ablesen kann.

Blätter: Die Pflanze trägt gewöhnlich 4 Laubblätter, die wie ein Quirl unter einer endständigen Blüte sitzen. Die unangenehm riechenden bis 10 cm großen Blätter sind infolge ihrer Größe und ihrer geringen Dicke schattigen Standorten besonders angepasst.

Blüten: An der Spitze des Stängels sitzt eine hellgrüne Blüte mit acht Hüll- und Staubblättern (selten auch mit je 10 oder 12 Hüll- und Staubblättern). Die Früchte der Einbeere sind kugelige, blaue bis schwarze Beeren, die etwa kirschgroß werden können. Die Samen sind halbkugelig, braun und haben eine runzelige Schale.

Blütezeit: Mai bis Juni.

Standort

In Laub- und Laubmischwäldern, auf grundwasserfeuchtem, nährstoffreichem Boden.

Allgemeine Verbreitung

Man findet sie in ganz Europa, außer in den westlichsten und südlichsten Gebieten. In den Alpen wächst die Pflanze bis zu einer Höhe von fast 1900 m.

Name: Der deutsche Name bezieht sich auf die eine Beere, welche die Pflanze hervorbringt. Weitere Bezeichnungen waren Pestbeere, Teufelsbeere, Sauauge und Kleine Tollkirsche. Der Gattungsname Paris entstammt der griechischen Mythologie, und zwar setzte man die Einbeere mit dem berühmten Erisapfel gleich, um den sich die Göttinnen Juno, Minerva, Venus und der Prinz Paris versammelten. Nach Paris erhielt die Pflanze dann ihren Namen. Der Artname quadrifolia heißt vielblättrig.

Geschichtliches: Im Mittelalter benutzte man den Saft der Einbeere als Mittel gegen Pest sowie als Desinfektionsmittel und reinigte damit Dinge, die von Pestkranken berührt worden waren. Dies trug der Pflanze auch den Namen Pestbeere ein. Fälschlicherweise ging man davon aus, dass die einer Pestbeule gleichende Beere auch eine solche zu heilen vermochte. Johannes Francke schreibt 1618: "Diß Beerlein ist von Gestalt wie ein Augapfel oder Äuglein anzusehen..." und er schließt daraus, dass "...zu den kranken und bösen Augen / ein sehr nützlich und heilsamb Kraut ist." Diese Einschätzung, nach dem Aussehen einer Pflanze auf deren Heilwirkung zu schließen (Signaturlehre), war im Mittelalter gebräuchlich. Früher verwendete man die Einbeere auch gegen Tollwut.

Eingetragen am 08.02.2016Aktualisiert am 17.02.2016 4:59:59