Siegwurz, gewöhnliche

Gladiolus communis

Habitus: Es handelt sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 0,5 bis zu 1 m erreicht. Der Stängel ist unverzweigt. Als Überdauerungsorgane bildet dieser Geophyt Knollen mit etwa 20 mm Durchmesser.

Blätter: Die Laubblätter sind wechselständig und zweizeilig am Stengel verteilt. Die einfachen, langen, schwertförmigen, parallelnervigen Laubblätter sind etwa 10 bis 70 Zentimeter lang und 0,5 bis 2,2 Zentimeter breit. Der Blattrand ist glatt. Die unteren Blattscheiden sind grün- oder rosanervig.

Blüten: Es werden endständige, verzweigte oder unverzweigte, ährige Blütenstände gebildet, die Tragblätter und etwa 10 bis 20 Blüten enthalten. Die ungestielten, zwittrigen, dreizähligen Blüten sind zygomorph. Die Blütenröhre ist etwa 10 bis 12 mm lang. Es sind zwei Kreise mit je drei verschiedengestaltigen Blütenhüllblättern vorhanden, sie sind rötlich violett, die äußeren drei Blütenhüllblätter besitzen einen weißen Streifen in der Mitte. Es ist nur der innere Kreis mit drei freien, fertilen Staubblättern vorhanden, denn sie stehen dem äußeren Blütenhüllblättern gegenüber. Die Staubfäden weisen eine Länge von 12 bis 15 mm auf und die Staubbeutel sind 10 bis 13 mm lang. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in drei Narben.

Blütezeit: Mai bis Oktober.

Standort

In Zwergpalmengebüschen und Getreidefeldern. Zierpflanze.

Allgemeine Verbreitung

Kommt in Nordwest-Afrika, Süd-Spanien, Süd- und Mittel-Italien und Sizilien vor.

Nutzung: Die Gewöhnliche Siegwurz war bis zur 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine verbreitete Zierpflanze, wurde dann aber durch Garten-Gladiolen (Gladiolus × hortulanus-Hybriden) verdrängt. Außerdem ist sie früher als Heilpflanze genutzt worden. Heute wird sie kaum noch kultiviert.

Gladiolus communis mit der Abart segetum (Iridaceae) - Siegwurz:

Das Xiphion - Einige nennen es Phasganon, Andere Machaironion, Anaktorion, Arion, die Römer Gladiolus, auch Segetalis - Nach der Gestalt des Blattes heisst es Xiphion, es gleielit nämlich der Schwertlilie, nur ist es grösser, schmaler und zugespitzt wie ein Messer, dabei nervig. Es treibt einen ellenlangen Stengel mit purpurfarbigen Blüthen, welche zeilenweise geordnet sind, eine runde Frucht und zwei Wurzeln, und zwar sitzt die eine auf der anderen, von der Form kleiner Zwiebeln. Von diesen ist die untere hager, die obere kräftiger. Es wächst vorzugsweise auf Aeckern. Die obere Wurzel hat die Kraft, mit Wein und Weihrauch als Umschlag Splitter und Dornen auszuziehen, mit Taumellolchmehl und Honigmeth vertheilt sie verhärtete Drüsen der Schamgegend, daher wird sie solchen Zwecken dienenden Pflastern zugegetzt. Im Zäpfchen eingelegt befördert sie die Katamenien. Man sagt auch, dass die obere Wurzel, mit Wein als Zäpfchen angewandt, den Geschlechtstrieb anrege, die untere Unfruchtbarkeit bewirke auch werde Kindern bei Darmbruch mit Erfolg die obere Wurzel im Trank mit Wasser gegeben.

Eingetragen am 08.02.2016Aktualisiert am 14.02.2016 12:15:25