Jungfer im Grünen

Nigella damascena

Habitus: Der Stengel ist aufrecht, am Grund verzweigt und kahl. Die Pflanze ist 10 bis 50 cm hoch.

Blätter: Die Stengelblätter sind wechselständig. Der Blattrand ist ganzrandig.

Blüten: Die Blütenhüllblätter sind hellblau bis weiss. Die Fiederteile sind lineallanzettliche etwa 1 mm breite Zipfel. Die Blüten sind einzeln am Ende der Stängel. Die Blüten sind von einem Kranz aus gefiederten Hochblättern ähnlich den Stängelblättern umgeben. Die Blütenhüllblätter sind länglich-eiförmig und 5–2 cm lang. Es gibt 2-lippige kleine Honigblätter.

Frucht: Die Fruchtblätter sind in ihrer ganzen Länge miteinander verwachsen und bilden eine kugelige, kahle Frucht. Die Samen sind schwarz.                              

Blütezeit: Mai bis Juli.

Standort

Rund um das Mittelmeer wird der Schwarzkümmel angebaut.

Allgemeine Verbreitung

Herkunft wahrscheinlich Westasien. Es gibt Hinweise, daß ein obskurer Pflanzenname im Alten Testament eigentlich Nigella bedeutet wenn das stimmt, würde das bedeuten, daß Nigella seit wesentlich mehr als zwei Jahrtausenden kultiviert wird.

Heute wird die Pflanze vom Nahen Osten bis nach Indien angebaut. Verbreitungsschwerpunkt liegt in der Türkei, im Libanon und im Iran.

Name: Fast alle Namen dieser Pflanze enthalten ein Element mit der Bedeutung schwarz, das sich auf die ungewöhnlich dunkle Farbe der Samen bezieht. Der Name Zwiebelsame (finnisch sipulinsiemen oder englisch onion seeds) bezieht sich auf die Formähnlichkeit mit den Samen der Zwiebel. Der englische Name geht auf ein bei Plinius erwähntes Heilkraut mit schwarzen Samen zurück, dessen Name Plinius mit gith oder git wiedergibt wahrscheinlich geht er letztlich auf eine semitische Sprache des östlichen Mittelmeerraumes zurück. Das ist auch der Name, mit dem Karl der Große die Pflanze in seinem Capitulare de Villis benennt. Ziersorten von Nigella sativa und N. damascena sind im Deutschen unter den Namen Jungfer im Grünen und Gretchen im Busch bekannt (im Englischen Love in a mist Liebe im Nebel aber auch Devil in the bush Teufel im Busch). Ich weiß nicht, welches Motiv diesen Benennungen zugrundeliegt.

Heilwirkung: Die mohnähnlichen Kapseln enthalten dunkle Samenkörner, die nach der Ernte noch ein wenig nachgetrocknet werden müssen. Das native, kaltgepreßte Öl dieser Samen weist unter anderem einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie vor allem der Linolsäure auf. Wirkt stark bronchienerweiternd, was beim allergischen Asthma von therapeuthischem Nutzen ist.

In den Vereinigten Staaten wurde eine exakte Analyse der Inhaltsstoffe des Schwarzkümmelöls und ihrer Wirkungsweise durchgeführt. Diese Untersuchungen haben das uralte, seit Jahrtausenden erprobte Öl als echtes Allheilmittel ausgewiesen. Es werden dem Öl stark antibakterielle und antimykotische Wirkungen bescheinigt. Außerdem wirkt es entzündlichen und allergischen Prozessen entgegen. Es wurde sogar ein bedeutender blutzuckersenkender Effekt festgestellt. Amerikanische Forscher haben auch den ersten wissenschaftlichen Bericht über die Anti-Tumorwirkung von Schwarzkümmelöl erstellt. Durch das Öl werden krankmachende Immunreaktionen unterbunden, welche Auslöser für viele chronische Krankheiten (von Akne über Heuschnupfen bis Krebs) sein können.

Gewürz: Türkisches Fladenbrot ist oft mit den charakteristisch geformten schwarzen Körnern bestreut Vom Iran aus wurde Nigella auch nach Nordindien eingeführt. Man gebraucht sie fast nur zu vegetarischen Gerichten (besonders gut schmeckt das Gewürz mit Auberginen oder Kürbis) Braten oder Rösten verstärkt den Geschmack.

In den indischen Bundesstaaten Westbengalen und Sikkim und auch in Bangladesh ist eine Mischung ganzer Gewürze namens panch phoron (Fünf Gewürze) sehr beliebt, besonders für Fleisch und Geflügel. In der Literatur wird die Zusammensetzung meist mit Nigella, Bockshornklee, Kreuzkümmel, schwarzen Senfsamen und Fenchel zu gleichen Teilen wiedergegeben

Panch phoron verleiht den Speisen einen subtilen und komplexen Geschmack es wird vor der Verwendung immer in heißem Öl gebraten, wobei bengalische Köche fast immer Senföl dafür nehmen.

Die Samen des Schwarzkümmels haben einen pfefferigen, ausgefallenen Geschmack. Schon vor 2000 Jahren wurde der Schwarzkümmel als pfefferartiges Gewürz zu verwenden.

Eingetragen am 25.01.2016Aktualisiert am 26.01.2016 16:20:07