Winterling

Eranthus hyemalis

Habitus: Hat einen aufrechten Stengel und ist kahl mit einer kleinen Rhizomknolle. 5 – 15 cm hoch.

Blätter: Am Stengel sitzt nahe der Blüte ein Wirtel aus 3 waagerecht abstehenden Hochblättern, die tief und handförmig in lanzettliche bis spatelige Zipfel zerteilt sind. Meist nur ein grundständiges, ziemlich lang gestieltes Blatt, das erst nach der Blüte erscheint. Die Blattabschnitte sind unregelmäßig eingeschnitten oder bis zu einem Drittel der Abschnittslänge in Zipfel aufgeteilt. Das eine Blatt ist grundständig.

Blüten: Die Blüten sind 2 – 3 cm im Durchmesser, haben 5 – 7 Blütenhüllblätter und zahlreiche Staubblätter. Die Blütenhüllblätter sind gerundet oder gestutzt. Die Honigblätter sind trichterförmig. Was bei ihm so aussieht wie gelbe Blumenblätter sind in Wirklichkeit 6 Kelchblätter, während die eigentlichen Blumenblätter zu hakenförmigen Fäden im Innern der Blüte geworden sind, die Nektar absondern.

Frucht: Die Frucht ist ein 0,5 – 3 cm grosser Balg, gelb bis braun, kahl und glatt.

Blütezeit: Januar bis März.

Standort

Feuchte Wälder, Gebüsche, auf Kirchhöfen, an Straßenrändern. Braucht nährstoffreichen, lockeren Lehmboden und eher Halbschatten als volles Licht.

Allgemeine Verbreitung

Der Winterling stammt ursprünglich aus dem Süden Europas - Süd-Frankreich bis Bulgarien. Ist häufig aus Gartenanlagen verwildert, oft nur in wenigen Exemplaren, aber an manchen Orten auch in größeren Beständen.

Vermehrung: Was die kleine Blume einzeln an Wirkung nicht erreichen kann, macht sie durch Masse wieder wett. Aus einem einzigen Pflänzchen werden in wenigen Jahren tausend. Der Winterling liebt es, in Massen aufzutreten und erreicht dies ohne Zutun der Menschen, mit Hilfe der fleißigen Ameisen. Die Ameise liebt das erste Samenkorn des Winterling. Es wird verschleppt, und da der Samen nicht schmeckt, nur das nahrhafte Anhängsel, wird er achtlos wie Einwickelpapier irgendwo liegengelassen. Die allerletzten Samenkörner werden ausgestreut, wenn der Wind das trocken gewordene Pflänzchen, das sich dann vom Erdboden löst, durchs Unterholz treibt. Außerdem verläßt es sich nicht ganz auf die Ameisen, sondern treibt zusätzlich unterirdische Ausläufer.

Name: Der botanische Gattungsname Eranthis,  stammt aus den griechischen Worten éar für Frühling und ánthe für Blüte. Der Artname hyemalis bedeutet  winterlich oder winterblühend.                   

Eingetragen am 25.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 10:25:54