Christophskraut

Actea spicata

Habitus: Der Stengel ist aufrecht und  kahl. Die Pflanze ist 20 - 60 cm hoch.

Blätter: Der Blattstiel ist in fiederig angeordnete Äste geteilt. Die Stengelblätter sind 2 bis 3-fach fiederteilig mit Zipfeln, die um 1mm breit sind und die höchstens undeutlich zugespitzt sind. Die Blätter sind 3 bis 4-zählig und sie sind doppelt gefiedert und haben einen scharfen Geruch.

Blüten: Die Blüten stehen in Ähren und haben 4 bis 6 weiße Kronblätter und Kelchblätter, die bald abfallen, sodaß die zahlreichen weißen Staubblätter das Blütenbild prägen.

Frucht: Jede Blüte hat nur einem birnförmigem, breitnarbigem Fruchtknoten. Die Frucht ist eine anfangs grüne, später glänzende, schwarze, vielsamige Beere. Es ist das einzige Hahnenfußgewächs mit Beeren, die zuerst grün und später schwarz sind.

Blütezeit: Mai bis Juli.

 

Standort

Braucht locker steinigen Lehmboden, der etwas kalkhaltig sein sollte. Meidet volle Besonnung und tiefen Schatten. Liebt hohe Luftfeuchtigkeit und sommerliche Kühle. Wächst in Schluchtwäldern, Laub- und Laubmischwäldern.

Allgemeine Verbreitung

Vor allem in den Mittelgebirgen und Alpen, aber kaum über 1500 m Fehlt im westlichen Tiefland und selten im östlichen Tiefland. Selten in fast ganz Europa.

Geschichte: Bei Plinius finden wir zuerst eine kurze Beschreibung der Pflanze Actaea, in der man allenfalls unser Christophskraut erkennen kann. Er erwähnt auch den Gebrauch der Actaea bei Frauenkrankheiten. Die Väter der Botanik des Mittelalters kannten sie als ein giftiges und schädliches Gewächs, vor dessen inneren Gebrauch sie ausdrücklich warnen. Nach Haller soll schon eine Beere genügen, um ein Huhn zu töten. Die Beeren geben, wie Linné versichert, mit Alaun gekocht eine schwarze Tinte.  Therapeutische Verwendung findet das Kraut nur in der Volksmedizin als Abkochung bei Hautleiden, Asthma und Struma. Es sollen die Beeren in Kleinrußland als Emetikum gebraucht worden sein, in Estland das Kraut und die Beeren u. a. gegen Hysterie. Im Gouvernement Perm behandelte man mit einer Abkochung der Actaea spicata innerlich Uterusblutungen, Fluor albus und andere Krankheiten, im Gouvernement Kasan wendete man die Wurzel und Beeren innerlich bei Kopf- und Bauchschmerzen an.

Name: Der deutsche Name bezieht sich auf den heiligen Christophorus, den Schutzpatron gegen die Pest. Gegen diese Krankheit wurde das Christophskraut früher verwendet. Der Artname spicata ist lateinisch und heißt ährig, womit er auf den Blütenstand verweist. Weitere Bezeichnungen waren Hexenkraut, Johanniskraut, Wolfsbeere und Teufelsbeere. Der lateinische Name vom Christophskraut (Actea spicata) hat seinen Ursprung in der altgriechischen Sagenwelt. Der Jäger Aktäon beobachtete heimlich Artemis mit ihren Nymphen beim Baden. Als die Göttin den heimlichen Beobachter bemerkte, wurde sie sauer und verwandelte ihn zur Strafe in einen röhrenden Hirsch. Das Kraut, das sie seinen Hunden zu fressen gab, machte diese rasend, und sie zerfleischten den Hirsch. So wurde dieses erstaunlich wirkende Kraut der Artemis fortan nach seinem Opfer Actaeon benannt. Angeblich soll Kaiser Otto III. durch das Umlegen eines blutigen Hirschfells (sollte gegen Fieber wirken), das mit dem Saft vom Ährigen Christophskraut (hautschädigend) und einem weiteren Giftstoff (eigentliches Toxin) präpariert war, getötet worden sein.

Brauchtum: Das Hexenkraut oder auch die Teufelsbeere wurde beim Christophsgebet zur Beschwörung geldbewachender Geister verwendet. St. Christoph steht hier für den antiken Schutzgott Thor. Das Kraut galt als Zaubermittel zum Heben verborgener Schätze.

Eingetragen am 25.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 10:27:28