Mauerpfeffer, scharfer

Sedum acre

Habitus: Die ausdauernde Pflanze wird 5-15 cm hoch. Die Sprosse sind reichlich ästig, verzweigt, rasenbildend, teilweise unterirdisch waagerecht kriechend. Die aufsteigenden Zweige sind dicht beblättert, unfruchtbar oder tragen einen locker beblätterten, aufsteigenden, einfachen Blütenstengel.

Blätter: Die Laubblätter sind fleischig, eiförmig, oberseits flach, unten gewölbt, mit stumpfem, ungesporntem Grund sitzend, kahl, bis 4 mm lang und vier- bis sechszeilig angeordnet, Sie ist von scharfem Geschmack.

Blüten: Die Blüten stehen in beblätterten trugdoldigen Wickeln auf 1-4 mm langen Stielen. Die fünf Kelchblätter sind eiförmig, stumpf und kurz, Die fünf Kronenblätter sind 7-9 mm lang, lanzettlich, spitz, fast waagerecht abstehend und goldgelb. Die Balgfrüchte sind sternförmig ausgebreitet.

Blütezeit: Juni bis August.

Standort

Der scharfe Mauerpfeffer besiedelt trockene, sonnige Standorte, Sandfelder, Felsfluren, Wiesen, Felsschutt, Sand der Fluß-, See- und Meeresufer. Sie kommt vor an Dämmen, Mauern, Wegrändern und auf Dächern. Er benötigt kalkhaltigen Boden. In Steingärten wird er gerne als Zierpflanze gezogen.

Allgemeine Verbreitung

Die Pflanze ist in Europa und Nordafrika verbreitet und geht in Nordasien bis zum Altai. In Deutschland ist sie meist häufig.

Wirkung: Das Kauen, auch der getrockneten Pflanze, führt zu einer starken Reizung der Mundschleimhaut. Zusätzlich treten Hautausschläge, Übelkeit, Erbrechen, Betäubungserscheinungen, Krämpfe und Lähmungen auf. Aufgrund des pfefferartigen Geschmacks wird die junge Pflanze als Salatwürze benutzt. Vor diesem Gebrauch muss aber eindringlich gewarnt werden. Vergiftungen wurden bisher nur aus dem 19. Jahrhundert bekannt.

Name: Standort und Geschmack waren ausschlaggebend für den Namen der Pflanze. Eine weitere Bezeichnung ist Scharfe Fetthenne. Der Gattungsname Sedum leitet sich vom lateinischen sedere für sitzen ab, womit die niedere Wuchsform der Gattung gemeint ist. Der Artname acre bedeutet scharf.

Geschichtliches: Schon im alten Griechenland war der Mauerpfeffer bekannt und auch im Mittelalter wurde er als Arzneipflanze verwendet. Man nahm ihn damals bei Hautkrankheiten, gegen Epilepsie und mißbräuchlich auch als Abtreibungsmittel.

Eingetragen am 19.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 10:45:28