Senf, schwarzer

Brassica nigra

Habitus: Es handelt sich um eine einjährige, bis 1,50 m hohe Pflanze. Der Stengel ist aufrecht und verzweigt, am Grund oft kurz behaart.

Blätter: Alle Blätter sind gestielt, die unteren Blätter sind fiederteilig, beiderseits mit 1-4 eiförmigen, unregelmäßig gezähnten Abschnitten. Der Endabschnitt ist größer als die seitlichen Fiederabschnitte, die obersten Blätter sind meist ungeteilt schmal-eiförmig bis lanzettlich.

Blüten: Die Blüten stehen in halbkugelig-kopfigen Trauben an den Enden des Stengels und der Äste. Die Blüten sind 5-9 mm im Durchmesser und leuchtendgelb. Die 4 Blütenblätter sind dunkler geadert und verkehrt-eiförmig. Die 4 Kelchblätter sind schmal-eiförmig, nach dem Aufblühen rasch sich einrollend, gelbgrün und aufrecht abstehend. Die Frucht ist eine zusammengedrückte, 4-kantige, durch die Samen holprige Schote, die 1-2 cm lang und kaum 2 mm dick wird. Die Schoten stehen nicht nur aufrecht von der stark verlängerten Fruchtstandsachse ab, sondern liegen ihr mehr oder weniger eng an.

Blütezeit: Juni bis September.

Standort

In Mitteleuropa angebaut und verwildert an Flußufern, Dämmen, Rainen, Wegrändern, Brachfeldern.

Allgemeine Verbreitung

Eurasien, Mittelmeergebiet, Südafrika, Amerika und Australien.

Geschichte: Ursprünglich kam der Schwarze Senf nur in den Mittelmeerländern und im westlichen Asien vor. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. erwähnte Theophrast die Kultivierung des Senfs. Sein Gebrauch in Pastenform, hergestellt durch Zerstoßen der Samen im Saft unreifer Trauben oder in Most (daher der Name Mostrich), kam etwa im 13. Jahrhundert auf. Brassica nigra liefert scharfe Senfsorten. Für die Nahrungsmittelindustrie wird daher vor allem der im Geschmack mildere, Weiße Senf (Sinapis alba L.) angebaut. Die arzneiliche Verwendung des Schwarzen Senfs war besonders früher weit verbreitet. Äußerlich angewandt ist er ein schnell wirkendes Hautreizmittel in Form von Senfpflastern oder Senfteigen (dazu werden entfettete und pulverisierte Senfkörner verarbeitet) oder von reinem Senföl hilft er bei rheumatischen Beschwerden, Gelenkentzündungen, Bronchitis und Lungenentzündung. Die in der Pflanze enthaltenen Senföle rufen sofort ein starkes Wärmegefühl hervor, das sich zu heftigem Brennen steigern kann. Bei innerlicher Anwendung ist Vorsicht geboten.

Eingetragen am 18.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 11:00:37