Hederich

Raphanus raphanistrum

Habitus: Die Pflanze wächst aufrecht und ist nur im oberen Teil leicht verzweigt. Der Stengel ist zuweilen leicht beharrt, meist jedoch ist er kahl. Die Wuchshöhe ist 30 cm bis 80 cm. 

Blätter: Die unteren Blätter, die im Frühjahr ein Büschel bilden, aus dessen Mitte der Stengel emporschießt, sind ziemlich lang und von beiden Seiten mit tiefen Einschnitten versehen. So haben sie eine leierförmige Gestalt. Je weiter nach oben am Stengel, desto mehr vereinfacht sich der Umriß der Blätter und gleicht schließlich dem einer Lanzenspitze. Der Rand aller dieser Blätter, der leierförmigen sowohl wie der lanzenförmigen, ist mit etwas unregelmäßigen Sägezähnen versehen.

Blüten: Die Blüten sind vierzählig und von weißer bis gelblich mit leicht violetter Aderung. Sie sind bis zu 3 cm breit. Die Staubbeutel sind gelb. Die Schotenfrüchte erscheinen ab August und sind bis zu 10 cm lang. Charaktisches Merkmal der Schoten ist ihre perlschnurartige Aufteilung und ihr langer Schnabel, der samenlos ist.

Blütezeit: Juni bis Oktober.

Standort

Schuttplätze. Wegränder, frische Lehmböden, Trockenrasen, Stilllegungsflächen, Äcker, Gärten, Unkrautfluren.

Allgemeine Verbreitung

Kulturbegleiter seit dem Neolithikum, Heimat Mittelmeerraum, heute weltweit verschleppt.

Die Blütenkronblätter sind weiß (so überwiegend im Süden unseres Gebietes) oder hellgelb mit violetten Adern (=Strichsaftmalen) und hoher UV-Reflexion (so im Norden und Osten und besonders auf Sand). Schwebfliegen bevorzugen eindeutig die gelben Formen. Der aufrecht stehende Kelch verdeckt den zuckerreichen (55%) Nektar. Die Art ist eine Bienenweide und selbststeril. Früchte sind zwischen den Samen eingeschnürte Schoten (Gliederfrüchte), die in einsamige, nussartige Teilfrüchte zerfallen. Es findet Selbstausbreitung und Menschenausbreitung statt. Die Samen sind ölreich (40-45%).

Eingetragen am 17.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 11:02:37