Hanf

Cannabis sativa

Habitus: Die aufrechte Pflanze hat einen bis 2 cm dicken und 400 cm hohen Stengel, bei Faserhanf verzweigt er sich nicht. Sie hat eine kräftige, tiefgehende Pfahlwurzel mit vielen Nebenwurzeln.

Blätter: Die Pflanze hat unten gegen-, oben wechselständige langgestielte, handförmig drei- bis siebenzählige Blätter mit lanzettlichen, grob gesägten, spitzen Abschnitten, die drüsig und borstig behaart sind.

Blüten: Die Blüten stehen in den oberen Blattachseln, die männlichen als lockere Rispe, die weiblichen buschig. Der Faserhanf hat wenig männliche Blüten. Es gibt ölhaltige Früchte (Nüßchen) mit nur einem Samen (Ölgehalt 30 bis 35 %).

Blütezeit: Mai bis August.

Standort

Liebt tiefgründige nährstoffreiche Standorte mit ausreichender Feuchtigkeit und neutraler Bodenreaktion.

Allgemeine Verbreitung

Herkunft Asien in gemäßigten Klimaregionen weltweit kultiviert (häufig illegal).

Droge: Die Droge hat psychotrope Wirkungen (Rauschdrogen) mit psychischer Abhängigkeit, antiemetische, antikonvulsive und analgetische Effekte. Die Droge senkt die Körpertemperatur, sie wirkt antiasthmatisch und appetitanregend und senkt den Augeninnendruck (antiglaukomatös). Die Droge ist gegenwärtig nicht als offizinelle Arzneidroge zugelassen der Verkehr, Besitz und ihre Nutzung ist strafbar (Betäubungsmittelgesetz). Lediglich ein industriell hergestelltes Präparat aus Drogenextrakten ist zur ergänzenden Behandlung von HIV- und Tumorpatienten zur Appetitanregung und Analgesie zugelassen. Die Droge wird aber in allen Kulturkreisen als Rauschmittel genutzt. In der Volksheilkunde wurde die Droge umfangreich, vor allem zur Herabsetzung des Schmerzempfindens bei Neuralgien, Migräne sowie bei Anfallsleiden eingesetzt. THC wirkt sehr stark auf das ZNS und führt zu Euphorie, Erschlaffung, Koordinierungsverlust und undeutlicher Sprache. THC besitzt ferner schmerzstillende, brechreizstillende, bronchienerweiternde, krampflösende und blutdrucksenkende Wirkung.

Das Rauchen von Hanf („Kiffen, Haschen") ist in den meisten Ländern illegal, Anbau und Verwendung unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz. Der chronische Missbrauch kann zu Persönlichkeitsveränderungen und Antriebslosigkeit führen. Als „Einstiegsdroge” kann Cannabis zu stärkeren Rauschdrogen überleiten.

Geschichte: Die erste schriftliche Erwähnung findet der Hanf in einem Arzneibuch 2700 v.Chr. zur Zeit des chinesischen Kaisers Shen-Nungs. Dort wird die Droge (Cannabisharz) als Heilmittel bei Beriberi, Verstopfung, Frauenkrankheiten, Gicht, Malaria, Rheuma und Geisteskrankheiten empfohlen. Auch die psychotropen Wirkungen wurden erwähnt. In China und Indien gehörte die Droge zum normalen Arzneischatz und wird in der Volksheilkunde bis heute entsprechend den typischen Indikationen, unter anderem nervöse Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Erbrechen und Husten, verwendet. Herodot erwähnt die Droge ebenfalls, Bedeutung hatte sie aber im Abendland bis zu Paracelsus fast ausschliesslich als Faserpflanze bzw. als Lieferant der ölreichen Samen. Die Nutzung als Heilmittel mit euphorisierender Wirkung beginnt in Europa erst im 19. Jh., so z.B. bei Schlaflosigkeit, Neuralgien, Rheumatismus, schmerzhaften Magen- und Darmerkrankungen, Tetanus, Cholera und Asthma. Der Extrakt der Triebspitzen diente als Sedativum und leichtes Schlafmittel. Bedingt durch die Einstufung als nichtverkehrsfähiges Betäubungsmittel besitzt die Droge heute keine praktische Bedeutung (Ausnahme: Hanffrüchte).

Eingetragen am 15.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 11:17:17