Sumpf-Stendelwurz

Epipactis palustris

Habitus: Die bis 50 cm hohe Pflanze wächst aus einem kriechenden Rhizom. Der Stengel ist unten kahl, im oberen Teil flaumig behaart. Das Rhizom ist lang und kriechend.

Blätter: Unten sind 2-3 Schuppenblätter, darüber 4-8 länglich-lanzettliche Laubblätter, diese sind 7-18 cm lang, 1,5-4 cm breit, leicht rinnig, die Nerven sehr ausgeprägt.

Blüten: Der Blütenstand ist bis 20 cm lang und lockerblütig. Die Blüten sind ziemlich groß, neigend, eiförmig-lanzettlich, die Sepalen aussen behaart, grün, intensiv braunrot überlaufen, 8-11 mm lang. Die Petalen sind stumpf, weißrosa mit rötlichen Grund, rot geadert. Die Lippe ist bis 12 mm lang, weiß, rot geadert, am Grund eine drüsige orangegelbe, nektarproduzierende Zone, am Rand stark gewellt und gekerbt, weiß, am Grund mit 2 großen, gelbrandigen Wülsten. Der Fruchtknoten lang gestielt, flaumig behaart. Die Säule ist relativ lang, der Klebkörper klein, von der Anthere verdeckt. Fremdbestäubung. 

Blütezeit: Juni bis August.

Standort

Die Sumpf-Stendelwurz besiedelt Quell- und Flachmoore, nasse Streuwiesen und feuchte Dünensenken, aber auch Kalkschotterböden und Kiefernwälder. Die Höhengrenze liegt bei 1260 m.

Allgemeine Verbreitung

Im Norden bis Skandinavien, im Süden bis Süditalien, Nordgriechenland, im Osten bis Zentralsibirien, im Südosten bis in den Kaukasus, nach Südostanatolien und Persien.

Gefährdung: Aufgrund anhaltender Bestandsrückgänge ist die Sumpfstendelwurz bereits stark gefährdet. Die Situation könnte schnell ganz prekär werden, da viele Wuchsorte durch nitratreiche Düngerfrachten aus umliegenden, landwirtschaftlich intensiv genutzten Arealen beeinträchtigt werden. Höherwüchsige, stickstoffliebende Pflanzen (vor allem Eupatorium cannabinum - Wasserdost) verdrängen zusehends die konkurrenzschwächeren Epipactis palustris Pflanzen.

Eingetragen am 11.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 11:18:03