Knabenkraut, breitblättriges

Dactylorhiza majalis

Habitus: Die kräftige, gedrungene Pflanze wird bis 50 cm hoch und hat einen breiten, kantigen Stengel, der zur Blüte hin violett gefärbt sein kann.

Blätter: Die Laubblätter sind seitlich abstehend, trübgrün und meist gefleckt. Ihre Form ist breit-lanzettlich bis eiförmig, sie sind 3-4x so lang wie breit und  kaum gekielt, die Spitze ist nicht kapuzenförmig. 

Blüten: Die paarigen Kronblätter sind aufwärts gebogen, die Deckblätter länger als die Blüten und oft gefleckt. Der Blütenstand ist anfangs gedrungen und kegel- bis walzenförmig. Die Blütenhülle ist hell- bis dunkelpurpurn, die Lippe sattelförmig, zum Grund hin heller werdend, mit einem Schleifenmuster. Der Sporn ist leicht abwärts gebogen.

Blütezeit: Mai bis Juli.

Standort

Ist auf feuchte, nährstoffarme Lebensräume der unbewaldeten Landschaft angewiesen und kommt vorzugsweise in Niedermoor-Feuchtwiesen, Nasswiesen, Quellsümpfen und in Feuchtheiden vor.

Allgemeine Verbreitung

Ist weit verbreitet in Europa und Sibirien aber selten.

Name: Der deutsche Name Fingerwurz ist die Übersetzung des lateinischen Namens Dactylorhiza und steht für die fingerförmig gespaltenen Knollen aller Angehörigen dieser Gattung von Orchideen. Der Artname majalis bedeutet Mai und weist auf den Beginn der Blütezeit hin.

Volksglaube: Im Volksglauben wurden früher den seltsam geformten Knollen okkulte Kräfte zugeschrieben. Die vorjährige, dunkler gefärbte Knolle wurde als Teufelshand oder Satansfinger bezeichnet, die hellere diesjährige als Marienhand oder Johannishand. Mit ihrer Hilfe sollte man am Mittag des 24. Juli, dem Johannistag, Krankheiten heilen können durch Bestreichen kranker Körperteile und Einnähen der Knolle in die Kleidung. Auch Liebeskummer ließe sich zu Johanni heilen.

Eingetragen am 05.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 11:24:02