Sumpfdotterblume

Caltha palustris

Habitus: Der Stengel ist aufsteigend, selten aufrecht, grün, oft etwas rötlich überlaufen, vor allem am Grund. Er ist hohl.

Blüten:  Die Blütenfarbe ist gelb. Die Blüten stehen einzeln oder zu zweit, sehr selten zu mehreren am Ende des Stengels und der Zweige. Sie bestehen nur aus den 5 großen, dottergelben Kelchblättern. Der Durchmesser ist bis 4 cm und es gibt  zahlreiche Staubblätter.

Blätter: Die Blätter sind trüb und dunkelgrün, 8 bis15 cm im Durchmesser, rundlich bis nierenförmig mit herzförmigem Grund. Die Blattränder sind fein gekerbt bis gezähnt, lang gestielt, die oberen sitzend und mit deutlichen krautigen Scheiden. Die Blattstiele sind rinnig Die Blattstellung ist ohne feste Ordnung.

Frucht: Die Frucht ist eine Beere unter 0,5 cm groß. Die Farbe ist rot oder rosa und die Oberfläche kahl und glatt.                                

Blütezeit: März - Juni.

Standort

Braucht nassen, nährstoffreichen Boden, der mäßig sauer sein kann. Besiedelt nasse Wiesen, Gräben, Ufer, Quellflure ebenso Auwälder und Flachmoore aber auch nasse Stellen in Wäldern aller Art. Durch Entwässerung der Feuchtwiesen und Uberdüngung durch die Landwirtschaft hat sich der Lebensraum dieser Pflanze stark verkleinert.

Allgemeine Verbreitung

Die Sumpfdotterblume ist auf der Nordhalbkugel in den gemäßigten bis arktischen Klimazonen verbreitet, steigt in den Alpen bis über 2200 m.

Name: Die Bedeutung des Gattungsnamens Caltha ist nicht ganz klar, möglicherweise bedeutet er im Altgriechischen „Korb“ oder „Schale“ und beschreibt damit die schalenförmigen Blüten der Pflanze. Der Artname palustris (von lateinisch palus = Sumpf) weist auf ihr Vorkommen an feuchten Standorten hin. Der deutsche Name Dotterblume beschreibt die eidottergelbe, glänzende Blüte. Regional sind weiterhin Namen wie Butter-, Schmalz-, Eier- und Kuhblume, auch Wiesengold oder Goldrose gebräuchlich.

In der Küche: Die rundlich herzförmigen Blätter können als Gemüse zubereitet werden. In Weinessig eingelegte Knospen dienen als Kapernersatz. Bisweilen wurde die Butter, wenn sie zu blaß geraten war, mit den gelben Blüten der Sumpfdotterblume gefärbt. Wegen der geringen Giftigkeit ist aber von häufiger Verwendung abzuraten.

Vermehrung: Die auffälligen eiförmigen Blütenblätter, die zur Mitte hin dottergelb gefärbt sind, locken viele Insekten an. Die Bestäubung der Pflanze ist aber auch durch Regenschwemmwasser möglich, da die Blüte bei Regen geöffnet bleibt. Nach der Blüte bilden sich balgförmige Früchte, die bis zu 2,5 mm große Samen enthalten können. Auch bei der Verbreitung der Pflanze hilft das Regenwasser. Die Balgfrüchte spreizen sich bei Nässe, so daß die Samen herausfallen. Die Verbreitung kann auch durch das fließende Wasser erfolgen. Allerdings kann sich der Samen nur in strömungsberuhigten Zonen absetzen, so daß die Sumpfdotterblume überwiegend an ruhigen Fließgewässern zu finden ist.

Giftigkeit: Ob die Giftigkeit der Sumpfdotterblume auf die Anwesenheit von Protoanemonin zurückgeführt werden kann, ist noch umstritten. Teilweise  wird auch Magnoflorin als Giftstoff genannt. Vergiftungserscheinungen sind Gastroenteritis, Brechreiz, Ohrensausen, Schwindel und schwacher Puls. Vergiftungen können vorkommen durch Verwendung der Blätter als Salat oder der Blütenknospen als Kapern. Vor dem Genuß aber sollte auf jeden Fall gewarnt werden.

Heilwirkung: In der Homöopathie wird die aus der blühenden Pflanze gewonnene Essenz innerlich bei Hautausschlägen und anderen Hautleiden verschrieben. Meist kommt die Pflanze jedoch äußerlich zur Anwendung. In Form von Umschlägen rufen die getrockneten Blätter lokale Hautreizungcn hervor, die zur Linderung rheumatischer Schmerzen führen. Außerdem erleichtern die Blätter als Tabakersatz die Raucherentwöhnung.

Eingetragen am 05.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 11:25:35