Mannstreu, Alpen-Mannstreu

Eryngium alpinum

Habitus: Die Pflanze wird 30-100 cm hoch. Oben amethystblau überlaufen. Die Grundachse ist dick, verlängert rübenförmig, geringelt und schwarz. Der Stengel ist ziemlich dick, gerillt, am Grund von den faserigen Überresten vorjähriger Laubblätter umgeben.

Blätter: Die Grundblätter sind langgestielt, ungeteilt, 3-eckig, eiförmig, am Grund tief herzförmig, vorn spitz bis stumpf, am Rande grob und ungleich gesägt gekerbt, mit etwas schiefen, in eine kurze Dornborste auslaufenden Zähnen, bis zu 25 cm lang und 20 cm breit. Die Stengelblätter sind kürzer gestielt, kreisrundlich oder eiförmigrundlich, an der Spitze oft 3-lappig die oberen sitzend, 3- bis 5-tappig oder handförmig gespalten, mit gewimpert-gesägten Abschnitten.

Blüten: Die Köpfe sind blau (selten weißlich), fast kugelig, zuletzt etwas walzlich verlängert, bis 4 cm lang. Die Hüllblätter sind aufrecht, 12 bis 18, im Umriss länglich-lanzettlich, steiflich, doppeltfiederig.vielspaltig, mit schlanken, langbegrannten, nach aufwärts gerichteten. Abschnitten, länger als der Kopf. Die Blüten sind zahlreich. Die Spreublätter schlank, am Grund geöhrt verbreitert, meist in der Mitte 3teilig, etwa 5 mm lang, die Blüten überragend. Die Kelchblätter sind eiförmig lanzettlich, stumpf, in eine gleichlange Dornspitze auslaufend und mit dieser 2 mm lang. Die Kronblätter sind kürzer als die_Kelchblätter, ausgerandet, das eingeschlagene Läppchen gleichlang, fast linealisch, 2 bis 3mal schmäler und an der Spitze kurzezähnig. Die Frucht ist kantigkreiselförmig, 6 mm lang und 4 mm dick, mit undeutlichen Rippen, aber mit scharfen, spitzschuppigen Längsrunzeln besetzt, braungelb jede Teilfrucht in 2 oder 3, scharf, spitzige, 4 bis 5 mm lange, amethystfarbene Kelchzähne übergehend.

Blütezeit: Juli - September.

Standort

Auf felsigen Weiden, in Hochstaudenfluren der Alpen vorzugsweise auf Kalk. Öfter in Gärten, Friedhöfen, Anlagen (Rigi, Engelberg, Arosa) kultiviert.

Allgemeine Verbreitung

Alpenkette: von den Seealpen bis Kroatien, Bosnien und Montenegro Französischer Jura.

Besonderes: In Deutschland befand sich die Art schon ums Jahr 1560 in Kultur. Die feingezackten Hüllblätter öffnen sich mit Sonnenaufgang und schliessen sich bei Sonnenuntergang, ebenso bei kühler Witterung. Obgleich die Pflanze im ganzen Alpenbogen von der Provence bis Kroatien verbreitet ist, fällt der Schwerpunkt der Verbreitung doch auf die Westalpen. Nach Osten zu wird sie immer seltener. In Tirol, sowie In den nördlichen Kalkalpen fehlt sie vollständig und macht bereits im Raetikon Halt. Dornige Blütenhülle schließt sich bei Nässe und Dunkelheit und wehrt Schnecken, Raupen und das Weidevieh ab. Der Gattungsname Mannstreu soll von der Verwendung des nahe verwandten Feld-Mannstreu (E. campestre) als Aphrodisiakum und Liebeszauberwurzel herrühren.

Eingetragen am 03.01.2016Aktualisiert am 27.01.2016 11:27:39